Elisabeth hat euch letzte Woche dazu aufgerufen, eure Fragen in Bezug auf den amerikanischen Wahlkampf zu stellen. Es geht in die heiße Phase. Schon am Mittwoch steht fest, ob die USA vielleicht erstmals eine Frau ins weiße Haus wählt. Ich bin gespannt und gebe die Hoffnung nicht auf, auch wenn Prognosen andeuten, Trump könnte das Rennen machen.

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Trump oder Clinton?
Der US-Wahlkampf, der Countdown läuft!

Der Countdown läuft. Noch 2 Tage, dann wählt Amerika. Aber wie war das noch mal: Wie wird der Präsident gewählt? Was denken Frauen von Trump und die Jugend von den beiden Kandidaten generell?

Ihr habt gefragt, ich antworte – möglichst kurz und kompakt. Hier eine Auswahl. 

„Wieso gibt es so viele Frauen, die hinter Trump stehen? Ich bin vielleicht blöd, aber so viel Selbstachtung/Verstand muss ich als US-Frau doch haben, dass ich keinen Mann wähle, der mich und den Rest der Frauenwelt beschimpft?“

Zu allererst ist zu sagen: Trump hat bei den weiblichen Wählern aufgrund seiner diskriminierenden und frauenverachtenden Äusserungen und Skandale einen schweren Stand. Bei den Frauen liegt Clinton (54 %) klar vor Trump (40%) (Quelle: Fox, 25.10.16).

Allerdings, ja! Es gibt sie. Women for Trump. Warum sie für Trump sind:

Sie unterstützen seine Politik. Sie hassen Hillary Clinton. Auf die Trumps Beleidigungen angesprochen, sagen sie, dass Trump sie ja nicht persönlich beleidigt habe. Dass die abfälligen Äußerungen zum Teil lange her sind oder aber auch, dass dies nun mal die Art ist, wie Männer über Frauen reden…

Er sei nun mal ein Mann, der Schwächen habe, das heißt aber noch lange nicht, dass er ein schlechter Präsident sei.

„Wie hat es Trump soweit geschafft?“

Diese Frage stellen sich viele. Ich habe unter anderem darüber auch schon mal in dem Artikel „Live aus Washington // Der amerikanische Wahlkampf“ geschrieben.

Um es noch einmal kurz zu fassen: Viele Amerikaner sind verzweifelt. Sie sind arbeitslos, sind die Verlierer der Globalisierung. Der hochbeschworene Obama konnte an ihrer Situation nichts ändern, sie sind ernüchtert, deprimiert und wütend. Wütend auf die politische Elite in Washington, die ihnen nicht zu hört, nicht auf sie eingehe. Sie haben den Glauben in die Politiker des Landes verloren und hoffen in Trump einen zu finden, der Dinge anders macht. Eben, wie ein erfolgreicher Businessman, für den er sich ausgibt und für den viele ihn bewundern. Vielleicht muss er das Land genauso managen, wie ein erfolgreiches, großes Unternehmen? Laut Washington Post haben 40% der Wähler den Glauben an die Demokratie verloren. Viele unter ihnen, die Trump-Anhänger sind, sehen Hillary Clinton als Betrügerin, da sie genau für das steht: für das politische Establishment.

 

„Was denkt die Jugend von Trump? Er ist ja mehr als respektlos und manchmal auch menschenverachtend“

Nun, die sogenannten „Millennials“ (18-34-Jährigen) halten sowohl von Trump als auch Clinton wenig. Stolze 77% dieser Wählergruppe empfinden Clinton als unglaubwürdig. Äußerst populär bei den Millennials sind die Kandidaten der dritten Parteien. Darunter vor allem Gary Johnson von der Liberatarian Party oder Jill Stein von der Green Party.

Doch durch das oben angesprochene Mehrheitswahlrecht haben es diese Kandidaten aber deutlich schwerer erfolgreich zu sein. Es ist klar, das sie so gut wie keine Chancen auf das mächtigste Amt der Welt haben. Deshalb warnen auch manche davor, diese Kandidaten zu wählen, da jede Stimme, die für sie abgegeben wird, im Grunde für die Tonne ist. Das ist insofern alarmierend, als dass diese Wählergruppe mittlerweile 31 Prozent der gesamten Wählerschaft darstellt (aufgrund ihres „Alterns“, sprich, sie werden 18 und somit wahlbefugt). Sie werden also eine immer wichtigere Wählergruppe und könnten maßgeblich den Wahlausgang mit formen. Allerdings, sind Millennials auch die Gruppe mit der geringsten Wahlbeteiligung…

 

„Stimmt es, dass es noch mehr Präsidentschaftskandidaten von anderen Parteien gibt?“

Wie in der Frage oben schon angeklungen: Ja! Aufgrund des Wahlsystems sind sie jedoch chancenlos. Doch Evan McMullin wird eventuell kommenden Dienstag etwas gelingen, was über Jahrzehnte kein Kandidat einer dritten Partei geschafft hat: einen Bundesstaat gewinnen. McMullin, ein Republikaner, der so unzufrieden mit dem Kandidaten seiner Partei war, bewirbt sich jetzt selbst um das Amt und tritt gegen Trump an. In Utah befindet er sich gerade mit Trump in einem Kopf-an-Kopf-Rennen, einige neue Umfragen prophezeien ihm sogar einen Sieg! Dies ist wohl vielmehr ein Armutszeugnis für die beiden Kandidaten Trump und Clinton. Alle Kandidaten der dritten Parteien sind dieses Jahr so erfolgreich wie nie zuvor – weil sich so viele Amerikaner nach Alternativen sehnen…

 

„Wir wird der Präsident gewählt? Ich erinnere mich noch aus dem Englischunterricht an die Wahlmänner… krieg es aber nicht mehr zusammen?“

Der Präsident wird nicht direkt vom Volk gewählt, sondern vom „Electoral College“ („Wahlmännergremium“). Diese Wahlmänner, darunter natürlich auch Wahlfrauen, wählen 41 Tage nach dem 8. November den Präsidenten in einer geheimen Abstimmung.

Es gibt insgesamt 538 Wahlmänner. Präsident wird der Kandidat, der auf mindestens 270 Stimmen kommt.

Die Zahl der Wahlmänner hängt von der Bevölkerungsgröße der einzelnen Bundesstaaten ab. So kommt das große Kalifornien auf 55 Wahlmänner, Delaware lediglich auf 3.

Das amerikanische Wahlsystem ist auf dem Mehrheitswahlrecht aufgebaut. Das bedeutet: in 48 der insgesamt 50 Bundesstaaten erhält der Kandidat, der die Mehrheit der Stimmen erhält, alle dort zu gewinnenden Wahlmännerstimmen. Nur in Maine und Nebraska gilt das Verhältniswahlrecht. Hier werden die Wahlmänner proportional zum Wahlergebnis auf die Kandidaten aufgeteilt.

Der Nachteil dieses Systems liegt auf der Hand: Durch das Mehrheitswahlrecht kann eben auch der Kandidat Präsident werden, der eigentlich nicht die Mehrheit der Wähler, aber die meisten Wahlmänner gewinnt.


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Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Interessanter Beitrag. Vielen lieben Dank!

    Was mich jetzt noch interessieren würde, ob Hillary Clinton tatsächlich die bessere Wahl wäre? Gerade in Deutschland (wahrscheinlich überall anders auch) wird ja fast ausschließlich über Trump berichtet, so dass klar ist: Alle, die Trump „doof“ finden, wählen Clinton. Aber ist das besser? Eine Präsidentin, die die Rüstungsindustrie unterstützt?

    Ich bin wirklich gespannt. Denn egal wer es wird, es wird ein Ruck durch die Welt gehen und es wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch einen Einfluss auf die kommenden Wahlen in Deutschland haben.

  2. Hallo,
    warum wird eigentlich so sehr gegen Trump gehetzt? Der Mann hat nicht mal angefangen sein Präsidentenamt wahrzunehmen. Vielleicht sollte man ihm einfach mal eine Chance geben.
    Er hat aus dem nichts ein Millardenimperium geschaffen, ist ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann, vielleicht kann er ja etwas bewirken.
    Die Kriegstreiberei von Busch mit dem Überfall vom Irank und am liebsten hätte er auch noch den Iran überfallen war doch furchtbar. Obama hat in Syrien und Lybien Krieg gestiftet und hetzt gegen Russland.
    Ronald Reagan war Schauspieler und später Präsident der USA und es war nicht der schlechteste Präsident den das Land hatte.
    Gruß

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