TILLY, UNSER STERN!

Ein Brief an unsere Tilly. Unser kleines Sternenkind.

Liebe Tilly,

mit deinen strahlend blauen Augen und dem dunklen Haar bist du ein wunderschönes, kleines Mädchen. Ein perfektes kleines Menschenkind. Ein Ebenbild deiner geliebten Eltern. Das leuchtende Blau deiner Augen erinnert mich an die Weite des Meeres. Dein Blick fast weise und in jedem Fall friedlich. Tilly, du fehlst mir, ich vermisse dich. Jeden Tag, den ganzen Tag.

Weisst du, Tilly, du bist ein echtes Wunschkind. Du bist gewollt, erhofft, erwünscht, herzlich willkommen, geliebt. Ich werde niemals vergessen, wie aufgeregt deine Mama war, als sie dein erstes Foto aus ihrer Tasche zog und mir von dir erzählte. Weisst du, deine Mama hatte Tränen der Freude in den Augen. Sie zeigte mir dein Bild, hielt es fest in ihren Händen und strich zärtlich immer wieder über dein Abbild. Tilly, du hast ihr Glück perfekt gemacht.

In den kommenden Wochen und Monaten sah ich dich wachsen, sah, wie deine Mama ganz weiche Gesichtszüge bekam, glücklich und zufrieden und wunderschön war sie. Ja, das Glück war ihr wahrhaftig ins Gesicht geschrieben. Und auch dein Papa hatte dieses ganz besondere Strahlen, stolz und voller Liebe.

Ihre Gesichter sind noch immer voller Liebe, grenzenloser Liebe. Und ihre Augen leuchten vor Stolz. Du kleines, starkes Mädchen, mit diesem unfassbarem Lebenswillen.

Weisst du, Tilly, ich bin traurig und verletzt und du fehlst mir. Du fehlst uns.

Ich habe Angst, Heim zu kommen und zu wissen, dass ich dich nicht im Arm halten werde. Dein Verlust schmerzt sehr. Auch wenn ich weiß, dass du noch bei uns bist, es immer sein wirst. Und obwohl ich mir sicher bin, dass wir alle irgendwann wieder vereint sein werden, tut es mir weh. Nicht immer sind meine Gedanken schwer, aber doch oft. Manchmal bin ich wütend, fast immer traurig, häufig noch immer fassungslos. Und das werde ich auch immer bleiben. Ich konnte dich nicht in meinem Arm halten, ich werde es niemals können. Dies sicher zu wissen, zerreißt mir das Herz. Ich konnte mich nicht verabschieden. Ich weiß, du bist in Gottes Händen gut aufgehoben, du bist ein kleiner Engel und blickst auf uns herab, begleitest uns, bist uns ein Licht. Aber du fehlst. Tag für Tag. Diese Leere ist da.

Du hast deine Mama und deinen Papa zu Eltern gemacht. Zu glücklichen und stolzen Eltern. Es zerreißt mir das Herz. Du solltest bei uns sein, du solltest in den Armen deiner Eltern liegen, mit deinen leuchtenden blauen Augen und deinem schwarzen Haar. Denn da gehörst du hin, in die liebenden Arme deiner Eltern.

Aber liebe Tilly, ich möchte dir sagen, du kannst sehr stolz auf deine Eltern sein. Sie haben für dich gekämpft, gebetet, sie sind für dich so unfassbar stark. Sie lieben dich bedingungslos, du bist Alles für sie.

Ich weiß, du bist nicht so da, wie wir uns es alle wünschen würden und doch bist du präsent. Ja, du bist hier. Ich spüre dich, ich fühle dich. Ich denke viel an dich, sehr viel, und oft ertappe ich mich dabei, wie ich lächle. Denn du hast unser Herz im Sturm erobert. Du bist ein Geschenk, kleine Tilly. Du bist ein Teil von uns und wirst es immer sein, wir lieben Dich.

Deine Janina

Ihr Lieben, vielleicht sind unter euch Mamas von Sternenkindern? Mamas, die nachvollziehen können, wie es ist, das eigene Kind viel zu früh zu verlieren? Vielleicht habt ihr Interesse am Austausch, vielleicht kann man sich gegenseitig Kraft geben? Tillys Mama wäre dankbar, wenn sie in dieser schweren Zeit die Möglichkeit hat, sich auszutauschen. Ihr findet ihren Instagram-Account HIER!

 

Foto von Natalie Shelton
Foto von Natalie Shelton

KOMMENTARE

Dieser Beitrag hat 9 Kommentare

  1. Oh, das ist eine deiner Schwestern, richtig? Mein herzliches Beileid! Wie ist das für euch, kannst du ihr ein bisschen Trost geben? Schließlich hattest du ja auch einen frühen Abgang, wenn auch in einem viel früheren Stadium der Schwangerschaft.

  2. Ach, das kann ich so gut nachvollziehen, viel zu gut. Wir haben vor Kurzem unser Küstensternchen verloren und ich vermisse es unendlich! Der Austausch mit anderen Sterneneltern hat mir geholfen, aber auch das Schreiben darüber. Ich fühle mit Euch und denke an Euch ?

    Viele liebe Grüße
    Küstenmami

  3. Beim Lesen dieser Zeilen kamen mir die Tränen und ja, mir fehlen die Worte. Trotzdem habe ich das Bedürfnis nicht direkt wieder „weiter“ zu klicken. Ich möchte ein paar Worte hier lassen, kurz bleiben und an Tilly denken. Ich wünsche der ganzen Familie alles Liebe! Viel Kraft, Zuversicht und gute Gedanken.

  4. Auch ich wünsche euch ganz viel Kraft, diesen Verlust zu verarbeiten und in euer Leben einzugliedern. Ich kann nur erahnen, wie schwer all‘ dies sein muss, für Tillys Eltern, dich, den ganzen Umkreis ..
    Ich bin so dankbar, dass meine Tochter gesund ist, aber auch ich vermisse Menschen und mir spendet es Trost zu wissen, dass sie oben sitzen und sich an unserer kleinen Familie erfreuen.
    Alles Herzensgute!

  5. Oh mein Gott, deine Worte gehen unter die Haut! Das ist so traurig! Man wünscht diesen Schmerz niemanden! „Tilly, du bist nicht mehr da, wo du mal warst. Aber du bist überall, wo wir sind!“ Achtet auf Tillys Zeichen!

  6. Wenn Kinder zu früh gehen müssen ist man schlicht fassunglos. Kinder sind nicht zum Sterben gemacht, Kinder sind zum Leben. Und doch gibt es einige kleine Kämpfer unter Ihnen, denen es nicht vergönnt ist auf dieser Welt bei Ihren Lieben zu verweilen. Auch ich musste schon von berufswegen einige Kinder gehen lassen und einen Sinn habe ich daran bisher nur sehr schwer finden können. Manchmal tröstet es zu wissen, was auch immer der Grund war, manchmal bedeutet der Grund ein Leben voller Qualen. Und dann kann es schön sein, zu wissen, dass der kleine Mensch keine Qualen, nichts Schlechtes erleiden muss. Ich bin oft der Überzeugung, dass diese kleinen besonderen Kinder nur Menschen geschenkt werden, die dieses Leid ertragen können, die sie in ihrem Herzen leben lassen können, weil sie gaz besondere und starke Eltern haben. Die kleine Tilly durfte sicher ganz fantastische 9 Monate im Bauch ihrer Mama leben, sie spüren, die Nähe ihres Papas genießen. Die Eltern haben ihr mit ihrem Zuspruch und ihrer Liebe das Vertrauen gegeben, auch wirklich Abschied nehmen zu können. Den Mut gegeben, sich zu wagen in eine andere Welt. Kinder spüren, wenn sie voller Kraft und Liebe gehen dürfen. Ich danke dir und den Eltern, für diesen sehr schönen und traurigen Eintrag, gibt er doch auch Demut und Dankbarkeit für jedes gesunde Leben in einer Welt, die sich leider zu oft um andere Dinge bemüht. Euch als Familie, aber ganz besonders den Eltern, wünsche ich viel Kraft und Zuversicht, aber auch die Stärke alleine und als Paar gemeinsam trauern zu können. So lange und immer wieder dann, wenn es notwendig ist. Das Leben ist nicht mehr wie vorher, und es ist eine Bürde überhaupt wieder „funktionieren zu müssen“.

    1. Ich bin ueber den Instagram Account von Hebamme Zauberschoen auf deinen Blog gestossen liebe Janina und ueber diesen Artikel gestolpert. Lieben Dank fuers Verlinken Carolin. Ich bin seit knapp einem Jahr Sternenmama und kann nur meine Hochachtung vor Mathildas Mama betonen. Sie geht so ehrlich und aufrecht durch die Trauer, So bewusst. Beim Lesen ihrer Zeilen ist mir erst aufgefallen wie viel mehr ich Aja noch in mein Leben integrieren moechte. Lieben Dank ihr wunderbare Sternenbabies. Ihr zeigt uns Erwachsenen den Weg zum Herzen. Zur Lieben die alles verbindet.

  7. Das tut mir sehr Leid und ich weis nicht ob man da überhaupt die Richtigen Worte finden kann.
    Ich versuche es…
    Mein erstes Kind verlor ich in der 15ten Woche…es war ein Mädchen.Es war so Furchtbar….und ich Trage dieses Kind immer in meinem Herzen.Wäre dieses Kind damals nicht von uns gegangen dann hätte ich Heute nicht meine Tochter an meiner Hand die nach dieser Schwangerschaft gesund auf die Welt kam.Und diese Vorstellung Schmerzt heut sehr.
    Danach verlor ich ein weiteres Kind in der 12ten Woche.
    Dann wurde ich mit meinem Sohn Schwanger…die Schwangerschaft war sehr Schlimm.Es war die 4te Schwangerschaft,ich hatte am Anfang Blutungen,hatte eine Gebärmuttwrsenkung,musste ab der 11ten Woche Insulin spritzen.In der 17ten Woche hatte ich einen Sprung in der Fruchtblase…am liebsten hätte ich an dem Tag,wenn ich gekonnt hätte, die Schwangerschaft beendet…
    Ich hatte Ewig lange Blutungen,lag komplett 5 Wochen nur im Bett.Bekam Antibiose auf die ich Allergisch reagierte.Die Nabelschnur war Falsch angelegt…statt in der Mitte war sie am Rand.Irgendwann ging es Bergauf…ich war von August bis Ende November im KH.
    Ich wollte dann 2 1/2 Wochen vor ET das er per Kaiserschnitt geholt wird.Er hatte dann eine Lungenentzündung weil er Fruchtwassereingeatmet hatte und musste Überwacht werden…
    Heute ist er 4 1/2 Jahre alt und ich lieb ihn über alles…aber…jetzt kommt das worauf ich hinaus will…was vielleicht nicht nachvollziehbar ist…aber manchmal ist es auch nicht einfach wenn das geliebte Kind gesund auf die Welt kommt.
    Ich weis das man das nicht vergleichen kann…ich weis nicht wie ich es erklären soll.
    Ich bin seit 2 Jahren beim Psychologen…hab mich jetzt für eine Psychazrische Tagesklinik angemeldet.Ich habe immer Furchtbare Angst das ihm was passiert…ich denke immer das die Schwangerschaft so schlimm war weil er nicht da sein sollte und habe immer Angst das ihm noch was geschiet.
    Ich mache mir Vorwürfe das ich mich an dem Tag des Risses in der Fruchtblase gegen ihn entschieden hätte und er heute nicht da wäre wenn es hier in Deutschland möglich gewesen wäre.

    Die Kinder die nach einem Verlust geboren werden sind Regenbogenkinder und warten auf euch
    Auch wenn der Schmerz so Riesen Groß ist…wenn Ihr irgendwann ein Kind an der Hand habt dann denkt immer daran das dieses Kind nicht da wäre wenn euer Sternenkind von Euch gegangen wäre…

    Ich habe Furchtbare Angst vor dem Tod und habe gelesen…das Kinder/Babys die so Früh von uns gehen nach dem Tod auf uns warten und uns an die Hand nehmen.
    Und daran halte ich Fest…ich bin nicht Kirchlich aber diese Vorstellung finde ich sehr Schön!

    Ich wünsch Viel Kraft und Alles Liebe

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