|| LASST UNS STRAHLEN, WIE DIE SONNE ||
Meine Gedanken zum Thema Selbstliebe
& Persönlichkeitsentwicklung

Überall liest man es. Überall wird es gepredigt. Selbstliebe. Ein großes Wort. Ein mächtiges Wort. Ja, sogar schon fast angsteinflößend. Selbstliebe.

Wisst ihr, ich mag mich und bin unheimlich dankbar, heute die Person zu sein, die ich bin. Denn das, das war ein verdammt langer und harter Weg. Und nicht selten war das auch kein schöner Weg. Denn sich zu entwickeln, bedeutet auch, dass man sich mit sich selbst auseinandersetzen muss. Sich zu reflektieren und zu hinterfragen. Und das, das tut oft weh. Das ist meist gar nicht so leicht, oder so einfach. Aber es ist nötig. Und letztendlich ist es auch gut. Nur der Weg, der ist dann eben doch oft steinig. Und dieser Weg, der findet im besten Fall kein Ende. Denn Stillstand ist in meinen Augen oft nicht gut. Ich mag mich also. Es ist nicht gelogen, wenn ich sage, dass ich mich heute als Person gut leiden kann. Dass ich gut mit mir auskomme. Dass ich zufrieden bin mit mir. Ich bin sogar dankbar, genau das fühlen zu dürfen. Zufriedenheit. Liebe. In vielen Bereichen bin ich besser geworden. Ruhiger. Umsichtiger. Und zufriedener. Ja, ich führe ein zufriedenes Leben mit keinen großen Erwartungen und ich finde, ich habe verdammt nochmal ganz schön viel Glück. Wo ich bei dem Thema der „Glücksspirale“ wäre. Aber dazu irgendwann einmal mehr, nicht an dieser Stelle.

Ich bin heute Mitte dreißig und mein Körper ist gebraucht. Er trägt die Spuren des Lebens. Er zeigt: ich habe etwas geleistet. Ich habe Leben geschaffen. Dreimal. Ich habe gearbeitet. Ich habe oft zu wenig geschlafen. Und ich habe zu wenig Sport gemacht und mich nicht immer gut ernährt. Ich hatte Kummer. Und war glücklich. Ich war manchmal zu schlank und manchmal nicht. All das hat mein Körper gespeichert. All das hat ihn gezeichnet und zu dem gemacht, was er heute ist. Ein Körper einer erwachsenen Frau, die gelebt hat. Einer Frau, die das Leben heute ziemlich arg liebt und wertschätzt. Einer Mama von drei Kindern. Kurzum: Ich bin heute so viel. Und ich blicke zurück auf 35 Lebensjahre, die ich in vielen Kurven, Höhen und Tiefen gegangen bin.

Der Weg zu mehr Selbstliebe –
oft lang und steinig!

„Wir müssen uns annehmen und selbst lieben!“
Aber, und da ist das dicke aber, sich anzunehmen, ganzheitlich, ist eben auch verdammt schwer. Gar nicht so leicht, ist da noch ziemlich verharmlost. 

Mein Körper ist weich. Er fühlt sich gebraucht an und schaut auch so aus. „Wir alle müssen uns so lieben wie wir sind“, schreiben sie immer wieder. Ja, wohl wahr. Klar. Nur wenn man sich selbst annimmt, kann man ein gutes Leben führen. Eines, das sonnig ist und leichter. Aber, und da ist das dicke aber, sich anzunehmen, ganzheitlich, ist eben auch ziemlich schwer. Gar nicht so leicht, ist da noch ziemlich verharmlost. Und nun sitze ich hier, tippe diese Zeilen und denke seit Stunden nach… Ich bin glücklich. Ich mag mein Leben. Ich bin stolz auf mich. Ich bin dankbar. Und dennoch mag ich manche Dinge an mir einfach nicht. Meinen Bauch – zum Beispiel. Drei Kindern hat er das Leben geschenkt. Eines konnte er nicht halten. Drei Geburten. Zuletzt ein überdimensionaler Babybauch. Das hat Spuren hinterlassen und die nicht zu knapp. Meine Haut ist überdehnt und sie ist gezeichnet von Narben. Und wenn ich auf meinen Bauch schaue, dann mag ich ihn nicht. Dann find ich ihn einfach nicht schön. Wenn ich ihn anfasse, dann fühlt sich das nicht gut an. Hmmm {Denkpause}. Wisst ihr, immer wieder lese ich im Netz: Du musst dich lieben. Du musst dich annehmen. Jeder Schwangerschaftsstreifen erzählt deine Geschichte. Jede hängende Brust ebenso. Ja. Das stimmt wohl auch. Aber eine Mama ohne Streifen hat doch auch eine Geschichte Oder?! Wir alle haben sie. Die eine, unsere, Geschichte. Und sie unterscheiden sich. Sie sind so unterschiedlich, so bunt. Ich mag also meinen Bauch nicht. Aber ich liebe mich dennoch. Ich bin mir wichtig. Ich mag mich als Person sehr gern. Das wäre doch dann ein Widerspruch – würde man den vielen vielen vielen Artikeln glauben.

Aber ist es nicht auch möglich, mit sich im Reinen zu sein, sich zu mögen
und doch etwas (körperlich) an sich nicht zu mögen?

Doch, das ist möglich. Und das ist legitim. Ich denke darüber nach. Mache mir Gedanken, immer wieder zerbreche ich mir den Kopf. Ich bin den Weg in meinem Leben gegangen. War ein Mensch, der vor Unsicherheit fast umkam. War ein Mädchen, das die Worte mancher Mitschüler nicht vergessen konnte und in sich gespeichert hat. „Schneewittchen, kein Arsch und kein Tittchen!“, sagte manch ein unwissender Junge. „Hey Hasenzahn“, ein anderes Kind. „Hey, trägst du wieder deine Warze mit dir herum“, womit mein Leberfleck am Kinn gemeint war. Was taten diese Worte weh. Was schmerzten sie. Jahrelang. Und meine Unsicherheit wuchs. Irgendwann dann, ich erzähle euch schon einmal davon, war ich am Tiefpunkt. Keine Selbstliebe für mich. Nicht einmal ansatzweise. Der Moment, als der Arzt mir gegenübersaß und fragte: „Was möchten Sie denn besonders gern an sich?“. Stille. „Ok, formuliere ich die Frage um. Was mögen Sie nicht an sich?“. Und ich redete los, und ich weinte, ich weinte so bitterlich. Ein erster Schlüsselmoment. Danach folgten Jahre der Unsicherheit. Ich mochte mich nicht. Ich mochte weder meinen Körper noch mich selbst. Ich hab mich klein gemacht, hab mich versteckt oder verstellt. Eine Fassade erbaut. Nach außen hin eine andere Janina, als die ich war. Und dann, dann irgendwann, plötzlich, kam da etwas in Gang. In mir. Ganz langsam und zaghaft. Ein langer Weg. Und kein angenehmer. Jahre hat es gebraucht und in den letzten zwei Jahren war da ganz viel Entwicklung in großen Schritten. Erst ganz zart und klein, dann mutig und in Etappen. Und wisst ihr was – ja, Selbstliebe ist etwas sehr schönes und kostbares. Wichtig. Aber es ist genau so normal, gewisse Dinge an sich nicht schön zu finden. Etwas nicht zu mögen. So wie ich meinen Bauch. Und wenn ich da schon bin, auch meine Stillbrüste sind nun nicht mehr ganz so dass, was sie mal waren. Die Dellen am Po. All das, was sicher vielen Frauen ebenfalls bekannt ist. Aber so ein vermeintlicher „Makel“, stürzt mich nicht mehr in eine Krise. Es ist nicht so, dass sie mich 24-Stunden, jeden Tag einnehmen und beschäftigen. Sie sind da, ja. Ich find sie zum Teil nicht schön, ja. Vielleicht lass ich daran irgendwann mal was machen, ja. Vielleicht aber auch nicht. Letztendlich kann ich sie annehmen, ich komme mit ihnen aus, aber feiern? Nein, das mache ich nicht. Wie oft habe ich gelesen, man soll jeden Streifen, jede Delle, jede Falte feiern. Oft. Sehr oft sogar. Immer wieder. Aber nein, ich muss das nicht feiern. Denn so präsent ist mir all das im Alltag gar nicht. Und nur weil ich diese nicht ganz so geliebten Zonen meines Körpers nicht feiere, liebe ich mich dennoch selbst. Denn für mich sind das irgendwie zwei Paar Schuhe. Für mich schließt sich das nicht aus.

Oder was denkst du?

An die Hand genommen. Mich in die richtige Richtung gestupst. Mich bestärkt, gefordert und bestätigt – auf dem Weg zur Selbstliebe. Das hat Henry. Er hat mich auf meiner Reise nicht nur begleitet. Er hat sie in Gang gesetzt. Er hat die Fassade, meine Fassade, zum bröckeln und damit etwas Gutes zum Vorschein gebracht. Mich. Die echte Janina. Er hat mir gezeigt, dass ich gut bin. Dass ich genau so, wie ich bin, schön bin. Und damit hat er einen Stein ins Rollen gebracht. Oder aber: meinen Weg in Sachen Selbstliebe angestupst. Den restlichen Weg bin ich gegangen. Und ich gehe ihn noch immer. Aber weißt du, es ist verdammt schön, ohne Fassade auszukommen. Pur. Echt. So wie man ist. So wie ich bin. Unverstellt. Ich muss nicht laut sein, obwohl ich es nicht bin. Ich muss nicht andere abwerten, nur weil ich selbst unsicher bin. Ablenken. Ja, all das muss ich nicht. All das ist Entwicklung. All das braucht Zeit. Und ja, ich liebe mich heute mehr denn je. Ich finde, ich bin gut. Gut genug. Genau so wie ich bin. Wie abgedroschen es auch klingen mag, aber es sind die inneren Werte, dieses Ankommen bei sich, das uns wunderschön macht. Das uns strahlen lässt. Lasst uns strahlen! Alle zusammen!

 

 

Alles Liebe, 
Janina

Dieser Beitrag hat 12 Kommentare

  1. Liebe Janina, ich lese dich unglaublich gerne. Für mich, bist du ganz und konsequent. Schön bist du auch und deine Familie ist es genau so. Ich glaube dir, was du erzählst und wie du dich fühlst, denn manchmal denke ich, dass du mir aus der Seele sprichst. Wir sind alle nicht perfekt, aber es gibt Liebe auf dieser Welt, die alles einfach bunter und schöner macht. Es ist meistens in unserer Macht, dies zuzulassen.
    Du bist ein tolles Vorbild für Selbstliebe.

  2. Danke für die wunderbar echten und so absolut umwerfend mutig, puren Gedanken, die Du mit allen teilst. Du sprichst mit Sicherheit vielen aus dem Herzen, so wie mir!

  3. Liebe Janina! Ich finde deine Beiträge so grossartig! Sie sind so ehrlich und beschreiben so häufig Situationen, die wir alle kennen. Vielen Dank, dass du dich so öffnest und uns an deinen Gedanken teilhaben lässt! Alles Liebe ?

    1. Liebe Lisa,

      ich freue mich gerade so sehr über deine lieben Worte und dein Feedback. Das ist für mich so kostbar und macht mich sehr glücklich.
      Manchmal ist es gar nicht so leicht, alle sind. Gedanken zu teilen – da sie ja auch sehr persönlich sind.

      Deshalb so lieben Dank! <3

      Janina

  4. Ein richtig toller Text. Danke!

    1. Liebe Juliane,

      ganz ganz lieben Dank dir!

      Herzliche Grüße
      Janina

  5. Gerade so rechtzeitig…
    Bin ich doch auch auf dem Weg zu mir selbst und finde heraus, was ich wirklich bin und welcher Teil die Fassade. Wie ich wirklich sein mag und kann und was nur die Erwartungen von anderen mir gegenüber erfüllen soll. Irgendwie immer nur angestoßen zu Selbstreflexion, wenn eine Beziehung in die Brüche ging. Und in den letzten Jahren weiter getragen von dem Mann, der nun doch wieder ohne mich weitergeht… Oder mir die Chance gibt, bei mir selbst anzukommen?
    Danke für so ehrliche Texte!

    1. Liebe Eva,

      ich danke dir so. <3

      Du wirst deinen Weg gehen. Wie heißt es so schön: Der Weg ist das Ziel. Und das stimmt.
      Ich wünsche dir so so so sehr, dass du deinen Weg findest. Den, der dich zu dir führt. <3

      Ganz ganz liebe Grüße an Dich und dickes Danke!
      Janina

  6. Ein sehr schöner und ehrlicher Text. Hab Dank dafür! ?
    Bleib wie du bist und bitte nehr von deinen wundervollen Texten.
    Liebe Grüße

    1. Liebe Kathrin,

      ich danke dir. Ich finde, es sollte mehr ehrliche Worte im Netz zu finden sein.
      Denn wir alle befinden uns doch auf einer Reise. Wir alle haben Ecken und Kanten und Vergangenheit. <3

      Ich sende dir herzliche Grüße
      Janina

  7. Ach Janina, ich lese Dich so gerne! Wie recht Du hast! Danke für den wunderbaren Text.

    1. Liebe Eva,

      ich danke dir sehr <3
      Danke!

      Janina

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