Fernweh, Reisen, Reisen mit Kind, Bali, Wanderlust,

GEDANKENKARUSSELL // ÜBER DAS LEBEN, FERNWEH, FEHLENDE WURZELN UND REISEN MIT KINDERN

 

Gedankenkarussell:
wurzellos, Heimat in der unbekannten Ferne
&
was macht das Reisen mit Kindern?

Mai letzten Jahres. Ich bin mit Mimi in Südostasien gestrandet. Nach einer Woche Bangkok hat es mich kurzerhand nach Bali verschlagen. Relativ spontan, aus einer Bauchentscheidung heraus. Raus aus der stickigen und lauten Großstadt Thailands . Hinein ins grüne Paradies. Zumindest nach meiner romantischen Vorstellung. Als der Flieger zum Landeanflug ansetzt, bin ich erleichtert. Ich freue mich auf das Meer und die allseits bekannten sattgrünen Reisfelder. Auf die frischen Früchte und auf Sand unter meinen Füßen. Ach, ich freue mich einfach auf alles.

Endlich angekommen, bin ich erst einmal enttäuscht. Bali ist so ganz anders als in meiner Vorstellung. Auch so ganz anders, wie auf all den Bildern, die ich vorab auf diversen Blogs und auf Instagram gesehen habe. Einerseits wunderschön, aber eben auch ziemlich vermüllt und überlaufen. Eine riesige Touristenhochburg, so scheint es auf den ersten Blick Und obwohl ich mich die ersten Tage im Zwiespalt befinde, verzaubert mich diese Insel. Sie zieht mich in ihren Bann und ich kann nicht anders, als mich in dieses Fleckchen Erde und seine Menschen zu verlieben. Und so ist es bis heute, ein Jahr und eine weitere Reise ins balinesische Paradies später, vergeht kein Tag, an dem ich mich nicht zurück sehne. Zurück ins Paradies. Zurück in die grüne Einsamkeit oder auch, zurück in den Trubel mit all seinen Rollern und Cafés. 

Bali kann alles sein. Wunderschöne Strände, Trubel, meditative Ruhe, Einsamkeit, Natur. Egal was man sucht, man findet es. Man muss nur wissen wo. Ich persönlich liebe die Einsamkeit und Ruhe. Ich mag es gern so richtig ursprünglich und echt. Wenn möglich, entfliehe ich den Touristenhochburgen gern und bevorzuge die Gesellschaft Einheimischer. Ein Grund dafür, warum ich am liebsten in sogenannten Home Stays unterkomme. Die sind meistens klein und familiengeführt {und verdammt günstig}. Meine ersten 10 Tage auf Bali verbrachte ich in so einem Home Stay. Im Hinterhof bei einer Familie, die mich aufnahm, als wäre ich ein Teil von ihnen. Und das ist ganz typisch auf Bali. Herzlich, offen und so zuvorkommend – so sind sie, die Balinesen. Ich aß mit ihnen zu Abendbrot, man lehrte mich im Innenhof das Roller fahren, die Kinder spielten zusammen. Niemals werde ich diese ersten zehn Tage in diesem für mich fremden Land, auf dieser fremden Insel vergessen. Einmalig. Erdend.

Es fühlte sich an, als würde ich auf dieser Insel das erste Mal seit Jahren so richtig zur Ruhe kommen, mich meiner Mitte immer weiter nähernd. Kurzum, Bali tut meiner Seele gut. Die zehnwöchige Reise im Allgemeinen hat viel mit mir gemacht und ich glaube, sie hat viel positives in mir bewirkt. 

In Februar diesen Jahres dann die Rückkehr in mein persönliches kleines Paradies. Zu dem Ort, der für mich Freiheit bedeutet. Grenzenlose Freiheit. Als ich mit Mimi den Flughafen verlasse, fühle ich mich wie ein Vogel, den man aus seinem viel zu engen Käfig entlässt. Allein die Erinnerung an diesen Moment treibt mir Tränen in die Augen, Tränen des Glücks. Auf direktem Wege lasse ich mich in die Nähe von Ubud fahren. Zurück zu „Dorry’s“, zurück an den Ort, der für mich vom Gefühl Heimat ist. Als ich völlig übermüdet am späten Nachmittag nach über 30 Stunden Anreise die Autotür öffne und mit meinen Füßen den altbekannten groben Kies berühre, überwältigt es mich. Ich werde so herzlich begrüßt, als wären wir nie weg gewesen. Mimi wird direkt geherzt und mit ins Haus der Angestellten getragen. Der typische Bali Sound verstärkt all meine Gefühle. Diese Geräuschkulisse, sie ist so einmalig. Ich trage diese Erinnerung so fest in mir, ich kann sie jederzeit abrufen. Der Wind, der die Haut streichelt und durch die Reisfelder tänzelt, die unzähligen Grillen, die ihr ganz eigenes Konzert veranstalten. Die Kühe, die vereinzelt laut vor sich hin „muhen“. Seit letztem Jahr verstehe ich die Worte „home away home“.

Noch nie habe ich mich in meiner echten Heimat verwurzelt gefühlt. Was ist eigentlich Heimat, frage ich mich immer häufiger. Ist das mein Geburtsort oder der Ort, an dem meine Familie lebt? Was ist es?

Ich konnte nie nachvollziehen, wenn Freundinnen sagten, sie könnten nie weit wegziehen, weil ihnen all das, ihre gewohnte Umgebung, ihre Familie, ihre Freunde fehlen würden. Ich kann sie verstehen, ja, aber ich kann es nicht empfinden – weil ich so nicht fühle, noch nie so gefühlt habe. Schon als kleines Mädchen hat es mich immer weggezogen. Und zurück wollte ich fast nie. Während andere Kinder auf den Reisen Heimweh hatten, hab ich daran keinen Moment verschwendet. Und konnte ich später nicht reisen, hat es mich fast erdrückt. Diese Gefühl von „eingeengt und eingesperrt sein“. Jemand sagte einmal zu mir, wer glücklich ist, kann überall glücklich sein. Und dem stimme ich zu. Ich bin heute glücklicher als nie zuvor, aber dennoch ist da immer die Ferne, die mich ruft und reizt. Dieses Gefühl von Wanderlust. Vielleicht liegt es daran, dass ich keine echten Wurzeln habe, dass mir diese fehlen – wer weiß das schon. Ich habe oft und lange darüber nachgedacht. Wer oder was sind diese Wurzeln. Ich muss nicht in der Nähe meiner Familie sein, um Glück zu empfinden. Ich fühle mich ihnen auch nah, wenn ich weit weg bin. Solange ich weiß, dass es ihnen gut geht, geht es mir auch gut (anders schaut das natürlich bei meinen Kindern aus). Egal wie weit die Distanz ist. Heutzutage fühlen sich die Distanzen ja auch ganz anders an. Es gibt WhatsApp und FaceTime. Ich erinnere mich an meine Jugend, wo ich im Urlaub jedes Mal ein Münztelefon suchen musste, um meinen Eltern zu Hause Bescheid geben zu können, dass ich heil angekommen bin und es mir gut geht. Was hat sich die Welt verändert, in diesen 30 Jahren.

Henry und ich haben einen Deal. Sollte er aus Gründen irgendwann nicht mehr örtlich gebunden sein, dann ziehen wir los – als Familie. Auf längere Zeit. Wer weiß, ob das jemals passieren wird. Die Zukunft wird für uns entscheiden. Aber ich bin offen, mein Herz und mein Geist sind bereit. Bereit für die Welt, bereit für wenig Hab und Gut und bereit dafür, stattdessen große Abenteuer zu erleben. 

Seit ihrer Geburt ist Mimi viel unterwegs. Angefangen von den diversen Vorlesungen in der Uni, die ich noch absolviert habe. Jobs, Veranstaltungen, Reisen. Sie war immer an meiner Seite. Ich erinnere mich daran, wie meine Kommilitonen sie im Arm hielten, während ich an Projekten arbeitete oder eine Präsentation hielt. Wie Mimi stets Menschen um sich hatte, neue Umgebungen erkundete. Und ich glaube fest daran, dass ihr das gut tat. Dass sie genau deshalb jetzt so ein (welt-)offenes Menschenkind ist. Dass sie aus diesem Grunde so unkompliziert und sicher, ja, gar furchtlos, im Umgang mit ihren Mitmenschen ist. Egal wo auf der Welt. Ich bin absolut überzeugt davon, dass reisen mit Kindern möglich ist. Und nicht nur das. Ich glaube fest daran, dass reisen (egal ob nah oder fern) Kinder prägen und zwar positiv prägen. Egal wie alt oder jung sie sind. Ich selbst bin in meiner Kindheit viel gereist. Ich hatte das große Glück, in meiner Kindheit und Jugend viel gesehen und erlebt zu haben. Und da sind viele wunderbare Erinnerungen, manchmal nur noch Fetzen, aber sie sind da. Wie meine Mutter mit mir auf dem Motorrad nach Italien gefahren ist, zum Beispiel. Oder wie ich im Garten der Finca auf Mallorca Aprikosen und Zitronen pflückte.

Ich möchte, dass meine Kinder weltoffene Menschen werden. Dass sie umsichtig und tolerant sind, Verständnis haben, dass sie wissen, wie viel Glück sie haben. Sie sollen lernen und niemals vergessen, dass es leider den wenigsten Menschen auf dieser Welt so gut geht, dass diese Sorglosigkeit, die wir empfinden dürfen, keineswegs selbstverständlich ist. Und ganz vielleicht, ich wüsche es mir sehr, sind diese Reisen ja später der Auslöser dafür, dass sie sich für diese Welt und ihre Menschen einsetzen, um etwas zu bewegen. Etwas zu tun, was der Welt etwas bringt, was sie vielleicht im Kleinen verändert.

Unsere Kinder sind unsere Zukunft. Wer sonst sollte das Ruder umreißen und etwas verändern, in dieser aus dem Gleichgewicht geratenen Welt. Wir können und müssen unseren Kindern ein gutes Beispiel sein. Und ich bin der Meinung, dass es unsere Pflicht ist, ihnen Toleranz, Verantwortungsbewusstsein und Achtsamkeit zu vermitteln. Und wie kann man den Blick für all das besser schärfen, als durch (u. a.) reisen?! Eigentlich brauchen wir dir diese Gedanken in unseren Kindern nur säen und irgendwann, im Laufe ihres Lebens, wird dieses Saatkorn blühen und hoffentlich Großes bewirken.

KOMMENTARE

Dieser Beitrag hat 34 Kommentare

  1. Liebe Janina,

    danke für diesen tollen Text!! Genau so sehe ich es auch – und das ist auch der Grund, warum ich die Kinder in jeder freien Sekunde einpacke und versuche ihnen die Welt zu zeigen.

    „Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.“ Aurelius Augustinus

    Liebe Grüße,
    Patricia

    1. Liebe Patricia,

      ganz ganz lieben Dank für deine Gedanken und Worte.
      Wir denken da wohl ganz ähnlich. Wie schön.
      Ich habe den Text schon vor vielen Tagen geschrieben und gestern hatte ich mit einer Dame ein Gespräch. Sie hat die Welt gesehen und setzt sich jetzt hier für die Erhaltung der Haine und Natur ein. Sie sagte Dinge, die in mir ganz viel bewegt haben. Ich sagte ihr, dass ich hoffe, meine Kinder zu Menschen zu erziehen, die achtsam sind und vielleicht sogar was bewegen, die Veränderungen wollen und angehen. Und da sagte sie, dass man nur die Saat setzen muss und diese irgendwann blüht. Und das waren genau meine Gedanken, die ich letzte Woche noch so hatte. Nur in anderen Worten. Das Gespräch war sehr inspirierend und fesselnd. Zwei großartige Frauen. Ich hoffe, sie erreichen noch viel!

      Ganz liebe Grüße an Dich
      Janina

      1. Ich glaube fest daran, dass diese Frauen Recht haben und es genau so ist! 🙂

        Liebe Grüße,
        Patricia

  2. Hach, dein Artikel berührt mich total. Wenn ich im Urlaub bin, dann frag ich mich auch, warum ich in diesem kalten Land (und das ist nicht nur die Temperatur)geboren worden bin. Verwurzelt bin ich hier trotzdem. Freunde, Familie, ein toller Kindergartenplatz, super Gesundheitsvorsorge(mein Freund ist Prothesenträger – die Krankenkasse zahlt die Highend-Prothese & ermöglicht ihm so ein nahezu hürdenfreies Leben), das sind die Dinge. Die ich hier sehr schätze.

    1. Ja, wir haben wirklich großes Glück, in einem Land wie Deutschland leben zu dürfen.
      Das halte ich mir auch immer wieder vor Augen. Das soziale Auffangnetz. Bildung für alle, kostenlos. Und so vieles mehr! Das darf man niemals vergessen und ich finde, dafür müssen wir alle ziemlich dankbar sein. Danke Dir für deine Gedanken dazu. 🙂

  3. Liebe Janina, das hast Du ganz toll geschrieben, so richtig aus dem Herzen, das hab ich gemerkt. Und ich fühle genau so, ich kann mich mit Deinem Text zu 100% identifizieren. Auch ich habe kein Heimatgefühl, hier wo ich wohne. Zu Hause bin ich in der ganzen Welt. Und ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass man mit Kindern wunderbar reisen kann.

  4. Liebe Janina,
    du hast wirklich sehr berührende Worte gefunden. Danke dafür. Ich wünsche dir und deinen Liebsten von Herzen, dass ihr dieses Gefühl der Weltoffenheit und Neugier auf das Fremde nicht nur bewahrt, sondern auch weitergeben könnt. Wie zum Beispiel durch diesen Blog oder Instagram oder was auch immer. Deine Worte sind immer wieder sehr wertvoll für mich und bereichern sicherlich nicht nur meinen Alltag.

  5. Liebe Janina,
    Erstmal echt toller Text.
    Aber was ist Heimat?! Ja genau die Frage haben wir uns auch vor Na weile gestellt. Wer sind denn wir. Naja wir sind 19 Junge Menschen die im Theater groß geworden sind und nur all zu gerne auf der Bühne stehen. Und genau aus der Frage ist ein grandiosen Theater Stück entstanden. Jeder einzelne von uns hat Heimat anders interpretiert. Bei den einen ist Heimat dort wo er seine Reise Tasche abstellt. Bei der anderen war Heimat die Theater Luft. Und bei mir ist Heimat. Mein bautzen. Nirgendwo anders. Ich habe schon Heimweh wenn ich ins Theater nach Dresden fahre für eine Aufführung oder für das proben. Und ich kann dich super verstehen. So viele Gedanken darum. Um ein Thema am Ende hatten wir ein tolles Theater Stück. Bzw haben. Jeder hatte seine eigne Szene vom Schlaf klindlein Schlaf, bis einen wundervollen Text von babak ghassim und usama elyas oder einen Monolog einer Frau die ihre neue blumenvase nicht gefällt und deswegen aufeinmal Heimweh in der eigenem Wohnung verspürt und richtig ausrastet. Aber auch das Lied Heimweh von freddy quinn was richtig cool ist. Heimat das kann man nicht interpretieren. Das ist für jeden anders.. Und das ist auch gut so. Für mich ist Heimat,sorbischen Ostereier für ein anderen ist es die kleine lieblingskneipe für anderen ist es ankommen.

    Liebe grüße. Marie aus Bautzen wo meine Heimat ist

  6. Liebe Janina,
    dieser Artikel berührt mich ganz besonders, da meine Gedanken ähnlich sind.

    Ich habe dir eine Email dazu geschickt.

  7. Liebe Janina,
    ich finde es so interessant, wie unterschiedlich jeder Mensch ist. Ich zum Beispiel reise auch sehr gerne – aber das nach Hause kommen ist für mich immer am schönsten. Mit „nach Hause“ meine ich das Dorf und die Gegend, in der ich aufgewachsen bin. Ich liebe jeden Wald und jede Straße, die altbekannten Gesichter, ich liebe es, dass meine alte Erzieherin mich noch erkennt, die Dorffeste, auf denen jeder jeden kennt, ich brauche die vielen Tiere um mich herum (Pferde, Hunde, Katzen und und und) und würde all das schrecklich vermissen. Für mich ist Heimat mein Geburtsort, nur hier bin ich glücklich. Mein Freund kommt aus der gleichen Stadt, wir verbinden hier so viel mit, wir könnten es uns niemals vorstellen, woanders zu leben.
    Ich finde, dass man auch weltoffen leben kann, wenn man in seiner Heimat (im Sinne von Geburtsort etc.) bleibt, durch Reisen in fremde Länder und durch die vielen unterschiedlichen Kulturen, die hier in Deutschland leben.

    Ich wünsche dir, dass du irgendwann deinen „Käfig“ für immer verlassen kannst und da leben wirst, wo du dich zuhause fühlst. Denn es gibt kein schöneres Gefühl, als angekommen zu sein.

    Liebe Grüße,
    Lara

  8. Liebe Janina,
    ich finde mich in deinen Worten absolut wieder! Auch ich fühle mich wurzellos und fühle mich an gewissen fernen Orten heimischer, als hier in Deutschland.
    Uns fehlt zwar oft das nötige Kleingeld für viele Reisen, aber 1-2 mal im Jahr versuchen wir es zu realisieren. Pauline macht immer eine Riesen Entwicklung, wenn wir woanders sind und sie eine neue Gegend erkunden kann.
    Und ja, ich stimme dir voll und ganz zu! Reisen tut Kindern gut und es kann etwas in ihnen bewegen!
    Ich Grüße dich ganz lieb,
    Bini

  9. hallo janina, danke für diesen beitrag. du hast damit ein thema angesprochen, das mich schon beschäftigt seit ich denken kann.
    für mich ist es schwierig, meine heimat zu definieren. ich bin in deutschland geboren, während meine gesamte familie aus serbien kommt. das problem dabei ist, dass ich in deutschland für die menschen keine deutsche bin, in serbien für die menschen aber auch keine serbin bin. aus diesem grund versuche ich dieses zuordnung zu einer nationalität aus meinen gedanken zu verbannen, weil ich ja weiß, dass man dort zu hause ist, wo man sich auch so fühlt. und das verbinde ich mit den menschen, die mich umgeben.
    vielleicht ist das bei dir ähnlich, vielleicht sind deine kinder und damit deine eigene familie deine heimat, und wenn du mit ihnen auf reisen gehst, dann nimmst du deine heimat einfach mit, sodass du dich an jedem ort zuhause fühlen kannst, wenn du das möchtest und dir die mentalität der leute um dich herum gefällt.
    ich persönlich kann mir vorstellen, dass ich mich eines tages mal ähnlich fühlen werde wie du und kann es kaum erwarten, meine eigene familie zu gründen und damit eine heimat für mich zu erschaffen.
    liebe grüße!

  10. Hallo Janina,
    ein toller Text, danke dafür. Ich stimme dir in allem zu, allerdings frage ich mich: was passiert, wenn die Kinder schulpflichtig werden? In die Pubertät kommen? Brauchen sie dann nicht ein festes Umfeld, einen festen stärkenden Freundeskreis? Es soll angeblich nicht gut für Kinder / Jugendliche sein, wenn sie z. B. immer wieder umziehen müssen, immer wieder aus ihrem Zuhause gerissen werden, in dem sie doch gerade angekommen sind. Aber woher sollen wir wissen, ob es nicht auch anders geht, wenn es in unserer Kultur nur so gelebt wird? Wenn das Kind vielleicht nur auf Reisen ist, vielleicht schlägt es dann gar nicht erst feste Wurzeln, im positiven Sinne. Es bleibt sozsuagen weltoffen und ist überall zu Hause. Das ist der einzige Aspekt, der mich tatsächlich ein bischen grübeln lässt.
    Du musst dir unbedingt mal den Youtube-Kanal von Benni und Sandy („LifewithSandyandBenni“, bei Instagram heißen sie auch so), anschauen, falls du ihn nicht eh schon kennst. Ist ein junges Paar (glaube Ende 20), welches seit ca. 3 Jahren, nachdem beide ihren Job an den Nagel gehängt haben) um die Welt reist und diese Reise nicht zeitlich begrenzen wollen, ihr Leben also sozusagen als Weltreise gestalten möchten. Sie haben 2 kleine Kinder (2 Jungs) und schildern, wie sie das Reisen mit ihnen gestalten, wie sie es finanzieren (momentan über Werbung und Youtube-Videos), was sie erleben, was sie für Leute kennenlernen usw. usw. Ist total interessant. Und da habe ich mich halt auch gefragt, was passiert mit dem ältesten (ist glaub ich aktuell 3 Jahre), wenn er erst mal in die Schule muss? Momentan haben sie sich auf Teneriffa für einige Zeit niedergelassen (Sandy wollte dort ihr 2. Kind in einem häuslichen Umfeld bekommen – für dich bestimmt auch nochmal interessant zu lesen), aber irgendwann soll es wieder weitergehen. DIe beiden sind auch super sympatisch und beschäftigen sich viel mit einem gesunden Lebensstil, Selbstliebe, Weltoffen usw., geben mittlerweile sogar Kurse auf den Reisen. Kannst ja mal reinschauen 🙂 Oh Gott, das klingt jetzt wie ein Werbetext, aber ich bin einfach so begeistert von den beiden 🙂

  11. Und dann ist dieser Tag ein ganz gewöhnlicher. Bis ich bei dir Lande. Lese. Innehalte, um plötzlich zu spüren, dass dieser Welt mich verzaubert. Immer mal wieder etwas mehr. Heute, dank Dir. Deinen Gedanken.

    DANKE

  12. Liebe Janina,
    ich will und kann dir nur Recht geben! Auch ich bin in meiner Kindheit mit meiner Mama viel gereist! Wir haben zwar Europa nie verlassen aber dafür kenne ich dort nahezu jedes Land! Obwohl sie alleinerziehende Mami war, versuchte sie mir immer wunderschöne Orte zu zeigen! Und heute bereise ich die für mich unbekannten Orte einfach alleine! Ich liebe es! Nichts ist so viel wert, keine Materialien können dieses Gefühl ersetzen! Das Reisen befreit dich, macht deinen Kopf frei und ich finde du machst das genau richtig mit deiner Familie! Lass dir da nicht rein reden und genieße dein Leben genau so! Ich beneide dich für deine 10 Wochen ? Aber sollte ich einmal Kinder haben, was ich doch sehr hoffe, werde ich es nicht anders machen! Genieß die Zeit und lass nur das Positive an dich ran!
    Viele liebe Grüße Leonie ❤️

  13. Ein schöner Text. Ich habe selber erst nachdem ich ausgewandert bin so was wie Wurzeln gefunden, in meiner neuen Heimat Seattle. Da wusste ich gleich vom ersten Tag, hier will ich bleiben. Nach nunmehr 10 Jahren hab ich aber immer öfter das leise Gefühl das es Zeit wird sich wieder auf zu machen und woanders hin zu gehen. Asien? Neuseeland? Mittel Amerika? Wir planen grade 6 Monate Auszeit für Ende 2017 und vielleicht finde ich ja da die Antwort. Zur Zeit bin ich in Costa Rica und würde am liebsten einfach hier bleiben…

  14. Ich verstehe dich so und glaube auch fest, dass es Mimi positiv beeinflusst. Auf der anderen Seite beeinflusst deine Weltoffenheit sicherlich auch Anna. Du machst das schon alles richtig so.

    1. Liebe Leonie,

      das glaube ich auch. Schade, dass Anni schon so an die Ferienzeiten gebunden ist. Sonst wäre ich mit ihr noch viel mehr unterwegs. 🙂

      Sei ganz lieb gegrüßt
      Janina

  15. Was mich schon die ganze Zeit bewegt und ich dich immer mal wieder fragen wollte: Wo war denn deine Große, als du auf Bali warst? Hat sie es nicht bedauert, nicht dabei sein zu dürfen? Fühlte sie sich nicht benachteiligt?

    1. Liebe Gerda,

      Anni war bei ihrer Familie und sogar ziemlich glücklich, weil sie die Wochen die volle und ungeteilte Aufmerksamkeit hatte. 🙂
      Wäre Anni damit nicht fein, wäre ich nicht geflogen.

      Ganz liebe Grüße
      Janina

      1. Na ja, „ziemlich glücklich“ klingt für mich jetzt nicht besonders begeistert. Hat Anni denn noch eine andere Familie? Bist nicht du ihre Familie?

        1. Ach komm.. Ich denke, wir belassen es dabei!

          Liebe Grüße
          Janina

          1. Mir war irgendwie klar, dass du meinen Beitrag löschen wirst. Mit Kritik kannst du wohl sehr schlecht umgehen. Na ja, auch das gehört zu einer erwachsenen Persönlichkeit. Du kannst diesen Beitrag übrigens auch gleich löschen.

  16. Hallo liebe Janina,
    Vielen Dank für deine neue Kolumne. Ich muss ehrlich sagen, dass deine Einstellung zum Thema Heimat mich sehr besorgt. Du nutzt jede Gelegenheit um aus deinem Alltag/Familienleben auszubrechen und scheinst leider sehr rastlos. Solltest du deinem Mann und deinen Kindern nicht ein sicherer Hafen sein und ein wohliges zu Hause schaffen ? Ich hoffe, dass du mit Kind Nr. mehr zu dir selbst findest.

    Liebe Grüße
    Sandra

    1. Liebe Sandra,

      du brauchst nicht besorgt sein. Ich schaffe meinen Kindern gemeinsam mit Henry einen wohligen Hafen. Die Ansicht, als Frau ihrem Mann einen „wohligen Hafen“ zu schaffen, teile ich nicht. Dafür bin ich dann wohl zu emanzipiert. Im übrigen empfinden wir das hier alle so. Sprich, es geht uns drei Großen so. Mimi kann sich dazu natürlich noch nicht äußern, genießt das reisen aber sichtlich. 🙂

      Ganz liebe Grüße
      Janina

    2. Ja, lassen wir es dabei. Ich bin halt der Meinung, dass ein pubertierendes Mädchen die Mutter braucht. Aber wenn die Mutter selbst noch mitten in der Pubertät steckt und immer noch ihre Heimat sucht, dann hat das Mädchen wohl Pech gehabt.

  17. Ich finde reisen toll, sehr toll sogar. Aber Heimat finde ich auch ganz toll. Und ganz wichtig. Nicht nur als Gefühl im eigenen Körper, sondern auch einen Ort benennen zu können, der Heimat ist. Vielleicht findest du den irgendwann noch. vielleicht ist es ja auch Bali…who knows.

  18. Liebe Janina, dazu fällt mir nur folgendes ein:
    „Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl!“

    Lass Dich treiben und bereise die Welt. Deine Kinder können sich so glücklich schätzen und sie werden es Dir immer danken, dass Du Ihnen das ermöglichst hast.
    Alles Gute für euch.
    Ganz liebe Grüße aus München
    Eda

  19. Sehr schöner berührender Beitrag! Ich kenne das Gefühl gut, nach ein paar Monaten zieht es mich auch weg, in die Welt. Allerdings verstehe ich das verwurzelte Gefühl auch gut, ich lebe noch immer in meiner Heimat und habe hier viele Erinnerungen. Plätze in den Bergen, der Wind bei uns am Fluss..Auch wir träumen davon mal woanders zu leben. Ich habe mich auch direkt bereit erklärt mit wegzuziehen sollte sich bei ihm was im Ausland ergeben Job mässig. Nur noch ländlicher kommt für mich nicht in Frage. Wir leben nicht in einem Dorf, aber Grossstadt sind 50’000 Einwohner eben auch nicht. Die Menschen hier sind oft so eingeschränkt, so Engstirnig. Man gönnt keinem was, hat das ganze Leben die gleichen Freunde, lernt niemand Neues kennen und lebt sein Leben nach einem Plan: Gute Ausbildung – guter Job – Heiraten – Haus bauen – Kinder. So ein Leben wollte ich nie…

    Liebe Grüsse
    Sylvia
    http://www.mirrorarts.at – Fotoblog

  20. Und ich bin der Meinung, dass es unsere Pflicht ist, ihnen Toleranz, Verantwortungsbewusstsein und Achtsamkeit zu vermitteln.

    Das sehe ich genau so.allerdings muss das im Alltag funktionieren,im Urlaub ist das keine Kunst.

    1. Ja, man muss es ihnen immer vorleben. Dennoch glaube ich, dass man ihnen gewisse Dinge besser vermitteln kann, wenn sie es mit eignen Augen sehen und leben. 🙂

  21. Toller Beitrag, wobei ich selbst wenig emanzipiert bin, meine Heimat ist kein Ort oder Land sondern mein lieber Mann. Nur zusammen entdecken wir die Welt und mit ihm bin ich überall glücklich. In einer kleinen Hütte oder großem Schloss.
    Ich mag dich Janina, nur mit so einer Frau würde ich nicht glücklich werden, bitte nicht falsch verstehen, mir würde es sehr fehlen, von der Arbeit heim zu kommen und keiner ist da, manchmal über Wochen oder Monate. Auch digitale Medien ersetzen nicht einen Menschen. Daher super, daß du einen Freund an deiner Seite hast, für den das Problem ist und alles funktioniert. Bei mir wäre die Sehnsucht zu groß.

    Liebe Grüße

  22. Hallo Janina 🙂 ich weiß was du meinst, bin selbst mit 16/17 quasi ausgezogen war in Canada, dann Internat und dann direkt studieren. Lebe seit Jahren nicht mehr in Deutschland und habe gerade durch die Zeiten im Ausland viel über mein Heimatland gelernt. Man erkennt seine Wurzeln in Form von Werten und Prägung meist erst durch Kontraste was mich immer wieder zum Schmunzeln bringt. Ich glaube inzwischen habe ich temporäre Heimatgefühle, je nach Lebensphase. Am Studienort verschwindet er wenn die Menschen sich neuen Phasen zuwenden. Aber die Erinnerung bleibt. Ich finde man spürt sehr genau wann ein Ort vorbei ist. Nicht mehr richtige für die nächste Phase ist. Welcher Ort der nächste sein wird ist oft schwierig denn es ist meist ein Bauchgefühl. Übrigens glaube ich dass Menschen die deinen Beitrag nicht verstehen können und wollen in einem ganz anderen gesellschaftlichen Konstrukt leben. Wir leben auch mit dem Geschenk von überall aus arbeiten zu können und damit die Wahl zu haben. Ganz spannend empfand ich Lektüre zum neuen Subjekt im Neoliberalismus und wie diese (selbst)Regierenden Konstrukte in einem wirken und Dinge die das klassische Konzept von Heimat, Lebensweise und der alte Gedanke von Struktur dort nicht mehr wirkt. Gerade weil Heimat und die feste Einteilung von Arbeit und Freizeit, Phasen und Struktur ursprünglich dazu dienten den Menschen in Arbeitsverhältnissen zu halten die Struktur bedarf. Wie zB in Sozialismus, oder zB im Wiederaufbau. Fabrikarbeiter, das Leben musste über feste Uhrzeiten geregelt werden um eine Gesellschaft zu er(schaffen) die benötigt wurde. Aber dies ist alles nicht mehr nötig wie du auch schreibst in den letzten Jahren hat sich viel verändert. Auch finde ich es nicht schlimm das Mimi viel Abwechslung hat. Selbst das klassiche Konzept der Schule ist für mich überholt. Unsere Kinder werden in Jobs arbeiten , die jetzt noch nicht mal existieren. Fixe Arbeitszeiten und der traditionelle Heimatbegriff werden sich immer mehr auflösen. Wieso dann nicht das Kind daran teilhaben lassen ? Ich denke viele fühlen sich damit angegriffen weil es nicht ihr Konzept ist :)! Schreib weiter solche Gedanken hier nieder. Es ist wichtig um eine große Anzahl an Menschen zur Diskussion anzuregen. Alles Liebe und danke für den Beitrag ! ? Feli

  23. Liebe Janina,

    wunderschöne Worte wie immer! Ich liebe deine Texte, deine Bilder, einfach alles. Soooooo schön wenn Menschen glücklich sind! Das Glück auch mit anderen teilen.

    Ich glaube, zu Hause ist man, wenn man im eigenen Herzen zu Hause ist und nichts mehr braucht um glücklich zu sein.
    Ein langer langer Weg dorthin. ABER ich weiß, ich werde es schaffen.

    Alles Liebe
    irene

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