DIE GEBURTSHILFE IN DER KRISE
– über unhaltbare Zustände in den Geburtskliniken

Oft fließen die Wörter nur so durch meine Hände. Dann fällt es mir sehr leicht, meine Gedanken mit euch zu teilen. Und dann gibt es Texte, die kommen nur widerwillig zu Papier. Da hadere ich mit mir, kämpfe mit den Sätzen, mit meinen Gedanken und lösche wieder. In der Regel sind das die Texte, die für immer in meinen Entwürfen schlummern. Für mich. Das heute ist so ein Text. Die Worte wollten nicht fließen. Ganz im Gegenteil. Ich musste mich zwingen und immer wieder habe ich umgeschrieben, gelöscht, Pausen eingelegt und wieder umgeschrieben. Dieser Text schmerzt. Auch deshalb, weil ich das Erlebte noch nicht aufgearbeitet habe. Weil ich emotional an meine Grenzen gekommen bin. Weil sich die Angst eingebrannt hat und ich die Hilflosigkeit fast noch greifen kann. So nah ist sie, so real, so schmerzend. All die folgenden Worte könnten nicht persönlicher sein. Nicht schmerzender. Und obwohl ich diesen Text lieber nicht geschrieben hätte, schreibe ich ihn. Nicht, um anzuprangern. Nicht, um Schuld zuzuweisen. Nein, nichts von all dem. Ich schreibe ihn, damit der Teufelskreis ein Ende finden kann. Damit in der Geburtshilfe und Wöchnerinnenpflege noch einmal angesetzt wird. Damit überhaupt einmal ganz genau hingesehen wird. Die Zustände sind katastrophal und in keinem Fall haltbar. Natürlich kann man die Kreise auch weiter ziehen – denn fast überall in der Pflege sind die Arbeitsbedingungen unzumutbar. Das ist für alle fatal – PflegerInnen und Patienten. Nun aber…

Sie sind einfach überfordert, da brauchen Sie auch nicht weinen!“, schimpfte die Schwester mich förmlich an. Ich zuckte zusammen. Die Situation war eh schon kaum zu ertragen. Ich hatte Angst, Angst um mein Kind und ich hatte Angst, dass sie ihm wieder weh tun.

Sie sind einfach überfordert, da brauchen Sie auch nicht weinen!“, schimpfte die Schwester mich förmlich an. Ich zuckte zusammen. Die Situation war eh schon kaum zu ertragen. Ich hatte Angst, Angst um mein Kind und ich hatte Angst, dass sie ihm wieder weh tun. Zwei Tage lang kämpfte ich in der Klinik auf der Neo-Intensiv gegenüber Ärzten und Schwestern für mein Recht, stillen zu dürfen. Zitat Arzt: „Sie können eh nicht stillen, sie haben doch gar nicht genug Milch!“.  Jetzt war es so, dass man meinen kleinen frisch geschlüpften Jungen kniff, damit er wach würde. Trinken solle er. Immer direkt und sofort. Man gab ihm nicht die zehn Minuten, wach zu werden oder gar anzukommen. Er war halt noch müde und schlapp und brauchte für alles ein wenig länger. Ein Neugeborenes halt. Eines, das mit einer Infektion kämpfte. „Dann müssen Sie halt mal feste zwicken!“, sagte die Schwester. Und mir liefen die Tränen. Weil ich wusste, was passieren würde. Ohnmacht. Angst. Ich wusste, würde mein Sohn jetzt nicht sofort anfangen zu trinken, dann würde sie kommen und ihn ziemlich feste in die Wange oder in den Arm oder ins Beinchen kneifen. Der dicke Kloß in meinem Hals wurde immer größer, kaum zu ertragen. Hilflosigkeit und Panik machten sich breit. Angst. Ich begann zu schwitzen und versuchte, unseren Jungen von der Flasche zu überzeugen. Henry stand hinter mir und legte seine Hand auf meine Schulter – wischte mir kurz darauf die Tränen weg.

Hygienisch unzumutbare Zustände, Machtmissbrauch oder Überforderung seitens des Pflegepersonals, nicht existenter Informationsfluss. Aber von vorn…

 

 

15. August 2018.

Gerade erst hatten wir uns auf die Couch gelümmelt. Endlich ankommen im Wochenbett. Die magische Zeit aufsaugen. Der Tag war so ereignisreich und jetzt, da der Abend sich in großen Schritten näherte, wollten wir uns endlich genießen. Neben uns lag unser Sohn. Frisch geboren und so perfekt. Ich selbst war stolz und dankbar, aber auch kaputt und die Schmerzen hielten mich auf Trab. Mindestens eine Woche absolute Bettruhe hatte ich verordnet bekommen. Besser zwei, sagte die Hebamme noch. Und ich hatte vor, ihren Worten zu folgen. Denn ich merkte selbst, wie geschunden mein Körper war. Ja, da saßen wir. Hand in Hand, ich an ihn gekuschelt. Das erste Mal an diesem Tag ließ ich los und entspannte so richtig. War glücklich. Und ach so dankbar. Als das Telefon klingelte…

„Habt ihr noch einmal die Temperatur vom Jungen kontrolliert?“, fragte meine Hebamme Henry. Ja, das hatten wir. Als wir den Messwert nannten, minimalst erhöht, empfahl meine Hebamme, den Jungen umgehend in der Kinderklinik vorzustellen, Uff. Ok. Damit haben wir nicht gerechnet und Henry fuhr kurz rüber. Ihr müsst wissen, wir wohnten nicht einmal zwei Minuten von der Kinderklinik entfernt. Man hätte auch zu Fuß gehen können. Ich blieb mit der verordneten strengen Bettruhe zurück. Allein aufstehen war mir eh nicht groß möglich. Henry würde sicher gleich zurück sein, da war ich mir sicher. Und siehe da, er durfte auch tatsächlich direkt ins Arztzimmer – ohne Wartezeit. Doch innerhalb weniger Minuten entwickelte der Junge Fieber. Neo-Intensiv, hieß es plötzlich. Ich brach in Tränen aus. Mit all dem haben wir nicht gerechnet. Da in ganz Hannover alle Kapazitäten ausgeschöpft waren und nirgends auch nur ein Platz auf der Ne-Intensiv für unseren Sohn frei war, wurde der Kleine verlegt. Knapp eine Stunde Fahrt von unserem Zuhause entfernt. Im übrigen war die Not so groß, dass Kinder aus Hannover bis nach Bremen und Hamburg verlegt wurden – sagte man uns.

Ich lag auf meiner Couch, geschockt und weinend. Mein Baby. Henry wich unserem Sohn nicht von der Seite und ich stand auf, obwohl ich kaum die Kraft besaß. Gebückt klaubte ich ein paar wenige Dinge für mich zusammen und rutschte halb sitzend die Stufen aus dem dritten Stock unseres Hauses hinunter ins Erdgeschoss – wo mein Vater auf mich wartete, um mich in die Klinik zu fahren. Die Autofahrt war schrecklich. Halbliegend, dazu die Ungewissheit und die Schmerzen. Nicht ganz eine Stunde Fahrt später waren wir da und meine Eltern versuchten, mir einen Rollstuhl zu organisieren. Kurz darauf war ich stationär aufgenommen.

Unser Sohn war krank. Bis heute wissen wir nicht sicher, was es war. Fakt ist aber, er hat mit einer Infektion gekämpft. Er war schlapp und kraftlos und brauchte Hilfe, weshalb er knapp eine Woche auf der Neo-Intensiv lag und engmaschig betreut wurde. Ich lag währenddessen auf der Wöchnerinnenstation, für die ich noch immer keine Worte finde.

Die Klinik uralt – Sammelduschen und -toiletten für die Frauen auf den Fluren, die in dieser ganzen Woche, in der ich da war, nicht gereinigt wurden. Das weiß ich deshalb, weil die gleichen eingetrockneten Blutflecken auf den Fliesen und Klobrillen bereits da waren, als ich kam und sie blieben, bis ich entlassen wurde. Das Personal unterbesetzt, überarbeitet und demotiviert. Der Ton harsch. Wisst ihr, es wurde sich zum Teil untereinander über die Patientinnen lustig gemacht, teilweise sogar vor der jeweiligen Patientin selbst. Uns Wöchnerinnen wurde nicht geholfen, es gab keine Unterstützung. Medikamente wurden vergessen, andere doppelt verabreicht. Teilweise kam die Ärztin mitten in der Nacht, um eine Infusion zu legen – weil es tagsüber niemand geschafft hat. Da ich nur schlecht laufen konnte und es ja auch nicht sollte, suchte ich einen Rollstuhl. Aber es gab keinen, der wirklich richtig funktionierte und als ich einen hatte, machte man sich über mich lustig – also lief ich lieber die weiten Wege zwischen Zimmer und Neo-Intensiv. Weil ich den Hohn nicht ertragen wollte und konnte. Der Informationsfluss war ebenfalls schwierig. Wir liefen tagelang einem Arzt hinterher, um herauszubekommen, was unser Baby denn nun hat. Ohne großen Erfolg. Letztendlich bekamen wir Wochen später die Unterlagen aus der Klinik, die leider nicht vollständig waren und sind.

Meine Zimmernachbarin, eine sehr junge Frau, bekam ihr Baby in einem Not-Kaiserschnitt 10 Wochen zu früh. Das Baby kämpfte und man verlegte es in eine große Klinik in Hannover – sie selbst blieb und man ließ ihr keine Informationen über ihr kleines Mädchen zukommen, nichts. Generell war es so, dass man sie nach der OP in mein Zimmer schob und erst einmal „vergaß“. Fast einen Tag lang. 🙁

Keiner kam und schaute nach ihr. Als am nächsten Morgen eine Schwester kam, fragte die junge Frau nach etwas zu trinken und zu essen. Die Antwort: „Dann müssen Sie halt mal aufstehen und sich selbst etwas holen.“.

Auch ich wurde in dieser Woche nicht einmal untersucht. Es wurde nicht kontrolliert, ob sich die Gebärmutter ordentlich zurückbildete oder der Wochenfluss richtig in Gang wäre. Letztendlich nahm meine Hebamme den weiten Weg auf sich und betreute mich in dieser Zeit – in ihrer eh schon so knapp bemessenen Freizeit. Unentgeltlich.

Es treibt mir noch immer die Tränen in die Augen. Die Verletzungen sitzen tief und es wird noch viel Zeit und Gespräche des Aufarbeitens für mich brauchen. So schwer die Woche in der Klinik auch war, ich bin so unfassbar dankbar für diese wunderschöne Geburt, die ich zu Hause, in unserem geschützten Rahmen, erleben durfte. Das gibt mir Kraft. Das ist mein Lichtblick. Diese warmen Erinnerungen, die mir niemand nehmen kann. HIER (Teil 1) und HIER (Teil 2) habe ich darüber geschrieben.

Ich bin fest davon überzeugt, dass all das eine Folgeerscheinung ist. Überarbeitetes Personal, schlechte Rahmenbedingungen, noch schlechtere Gehälter. Wir müssen noch einmal genauer hinschauen und das schnell. Denn es eilt!

Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, wie es anders sein. Wie es auch sein kann. Besser. Richtig.

 

Die Geburtshilfe ist in der Krise!
Deine Stimme für uns – Frauen und Kinder

Kleinere Geburtskliniken werden nach und nach geschlossen. Stattdessen wird es große Geburtszentren geben. In denen Gebärende, Wöchnerinnen und Kinder nur noch eine Nummer sind. Wo Menschlichkeit und Einfühlsamkeit keinen Platz mehr haben kann. Freischaffenden Hebammen, die uns Frauen während der Schwangerschaft und nach der Geburt versorgen, sind jetzt schon Mangelware. Hebammen, die Hausgeburten begleiten ebenso. Die hohen Beiträge zwingen sie in die Knie. Und wisst ihr was, wir alle schauen zu. Oder weg. Wir alle – obwohl es uns alle betrifft. Es ist nämlich nicht egal, wie wir geboren werden. Und es ist auch nicht egal, wie wir in der so empfindlichen Zeit des Wochenbetts betreut werden. Mütter und Kinder müssen geschützt werden. Eine respektvolle Betreuung müssen wir fordern!

Nun läuft aktuell eine Petition mit dem Namen „Gesundheitswesen – Beschluss einer umfassenden Geburtshilfereform“, die es zu unterstützen gilt.

Familien, Mütter und Kinder zu schützen, ist im Grundgesetz verankert (GG Art. 6, Abs. 1 & 4, Art. 1, Abs. 1). Ihnen muss flächendeckend respektvolle Geburtshilfe ermöglicht und den Versorgungsträgern sowie dem medizinischen Personal (Hebammen, ÄrztInnen u.a.) die dafür nötigen Voraussetzungen und (Arbeits-)Bedingungen gegeben werden.

Bitte, bitte gib dieser Petition deine Stimme.

Die Petiton, eingereicht beim Deutschen Bundestag, läuft nur noch bis zum 27. März 2018 und bisher haben sich nicht einmal 4.000 Menschen für dieses so wichtige Thema eingesetzt. Bitte. Bitte gib uns Frauen und Kindern deine Stimme. Auch für unsere Kindeskinder. Unterzeichne HIER.

 

Danke Leo und schaut auch gern bei ihr vorbei und lest ihre Geschichte!

 

Ihr lieben Frauen, ich möchte an dieser Stelle auch noch einmal erzählen, dass ich auch schon sehr positive Erfahrungen gemacht habe. Auf der Wöchnerinnen-Station im UKE / Hamburg war ich damals nach Mimis Geburt sehr gut aufgehoben. Ein menschlicher, sehr behutsamer Umgang mit den Wöchnerinnen, engagierte Hebammen und tolle Pflegerinnen und Pfleger. Ich war damals unfassbar dankbar für diese, ja, schon liebevolle Pflege im Wochenbett nach der Geburt.

Geburtshilfe


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Dieser Beitrag hat 54 Kommentare

  1. Danke, für diesen Text.
    Du hast vollkommen recht. Es muss sich dringend etwas ändern.
    Ich habe ähnliche Erlebnisse gemacht und bei etlichen Besuchen in der Kinderklinik immer wieder festgestellt, dass die Zustände unhaltbar sind und der ruppige Umgang keine Ausnahme. Das traumatisiert. Gerade, wenn es um die Allerkleinsten geht!
    Es ist wirklich eine Schande, dass das Thema so wenig anklang findet, weil es eben jeden betrifft!

    1. Liebe J,

      ich danke dir für deinen Kommentar und deine Worte.

      Ich habe in Sachen Kinderklinik natürlich nicht wirklich einen Vergleich, denn zum Glück ist uns das bisher immer erspart geblieben. Aber es war wirklich schlimm und letztendlich hat es uns viel Stärke und Kraft gekostet. Ich denke, das dass ich da auch noch lange dran zu knapsen habe. Aber wir sprechen noch immer sehr viel miteinander und das hilft. Auch meine Hebamme hat mich sehr aufgefangen in der Klinik.

      Ganz liebe Grüße
      Janina

    2. Liebe Janina.

      Ich finde es so mutig von dir, hier so ehrlich
      über dieses emotional negative Erlebnis zu schreiben.
      Das ist bestimmt ein guter Anfang für dich, es ein bisschen mehr loszulassen. Sei stolz auf
      dich.
      Natürlich gehört gegen solche furchtbaren
      Rahmenbedingungen etwas unternommen.

      Ich muss ehrlich sagen, ich wusste bis dato
      nicht, das in der heutigen Zeit noch solche Maßnahmen herrschen. Regt sehr zum Nachdenken an.

      Ich bin Österreicherin, denke gerade darüber nach, ob das bei uns im Land auch noch existiert.

      Ich wünsche DIR/EUCH alles Gute.

  2. Wahnsinn, Janina …. da fehlen einem schlicht die Worte. Es tut mir wirklich leid, was du erleben musstest. Fast schlimmer noch finde ich, dass dies kein Einzelfall ist. Es muss sich wirklich etwas ändern! Wir Frauen vollbringen etwas Großartiges unter größten Strapazen und dafür gebührt uns sämtlicher Respekt und alle Unterstützung!
    Ich wünsche dir alles Gute!

    1. Liebe Kristin,

      ich habe ja nach Mimis Geburt genau das Gegenteil erlebt und war da immer sehr dankbar.
      Die Woche nach der Geburt des Jungens mit all den Sorgen und dem, was wir erlebt haben, wird mich sicher noch lange beschäftigen.

      Ganz liebe Grüße
      Janina

  3. Hallo Janina!
    Vielen Dank für diesen aufrüttelnden Text! Ich glaube fest daran, dass es wichtig ist über solche Erlebnisse zu schreiben, einerseits für einen selbst natürlich, andererseits aber auch um wach zu rütteln und Aufmerksamkeit zu schaffen. Sonst wird sich nie etwas ändern! Meine beiden Kinder sind in Kliniken auf die Welt gekommen, recht unterschiedlich in ihrer Art und auch wie ich es aufgenommen habe… ich wurde dennoch in beiden sehr freundlich behandelt und wenn ich deinen Text so lese, denke ich mir, dass ich wohl Glück hatte! Dennoch hätte vieles besser laufen können, besonders beim ersten Kind fühlte ich mich ziemlich im Stich gelassen was das Thema „Stillen“ betraf, da es nicht von Anhieb selbst klappte (später Milcheinschuss)…
    Ich sehe es natürlich auch von der anderen Seite- wenn der Mann von seinen 12h Diensten erzählt (in der Pflege sicherlich nicht anders), aber ein freundlicher Umgangston (von Seiten der Ärzte und Pflege) ist meiner Meinung nach das Mindestmaß! Und natürlich Hygienestandards! Vermutlich ist das leichter gesagt als getan… leider.
    Viele Grüße, Isabelle

  4. Oh mein Gott! Ich weiss nicht was ich sagen soll Janina. Mir fehlen wirklich die Worte. Unfassbar was du und dein kleiner Sohn mitmachen musstet.
    Schrecklich!!!
    Danke für die emotionalen Worte und den Mut alles aufzuschreiben.

    1. Liebe Josi,

      ganz lieben Dank. Es ist mir leider ganz und gar nicht leicht gefallen.

      Herzliche Grüße
      Janina

  5. Eine simple und keine bös gemeinte Frage.
    Warum schreibt man nur einen Blog und zeigt die Schwestern nicht an, die das eigene Baby kneifen, warum lässt man sowas als Mutter zu????
    Warum verlangt man nicht verlegt zu werden und wenn es 2 std Fahrzeit wären?

    1. Liebe Smilla,

      ich habe doch gar nicht geschrieben, was wir getan und unternommen haben.
      Das werde ich hier auch nicht tun. Denn darum geht es hier nicht. Und normalerweise hätte ich nicht einmal diesen Text geteilt – aber ich mache es, weil wir etwas ändern müssen und dafür braucht es eben Stimmen.

      Ganz liebe Grüße
      Janina

      1. Hallo,
        so liest es sich leider für mich jedoch. Das ihr tatenlos zugesehen habt. Vielleicht sollte man, wenn man solch einen Beitrag verfasst, auch erwähnen was ihr konkret unternommen habt. Sodass andere Mütter nicht sowas über sich ergehen lassen müssen.

        1. Liebe Smilla,

          es ist nur die Spitze des Eisbergs und wie ich es oben geschrieben habe, ein sehr sehr emotionales Thema für uns.
          Ich habe bewusst nicht alles nieder geschrieben, aus Gründen.

          Janina

  6. Dein Text berührt mich sehr. Wenn ich daran denke, ich hätte so etwas in den vier Wochen Krankenhausaufenthalt meiner Tochter erlebt… ich mag es mir gar nicht ausmalen. Aber zum Glück herrschen nicht überall solche Zustände. In Potsdam, wo meine Tochter nach ihrer Geburt vier Wochen auf der Neo-ITS lag, fühlten wir uns immer gut aufgehoben. Sowohl ich mich auf der Wöchnerinnen Station als auch meine Tochter (so zumindest mein Empfinden) auf der Neo. Nie waren wir jemandem lästig, immer nahm sich jemand Zeit. Die Ärzte sprachen regelmäßig mit uns, auch sehr ausführlich. Und wenn gerade kein Arzt Zeit hatte, gaben uns schon auch mal die Schwestern ein Update über den Zustand unserer Tochter. Sie waren so liebevoll zu ihr, sprachen so herzlich über und mit ihr, dass ich jederzeit wusste, hier ist sie gut aufgehoben. Und auch auf der Wöchnerinnen Station ging man sehr behutsam mit mir um. Man motivierte, unterstützte, half und tröstete.

    Ich möchte damit einfach aufzeigen, wie es eigentlich sein sollte. Und ich bin wirklich froh, dass ich mir in dieser schweren Zeit zumindest darum keine Sorgen machen musste.

    Ich drück dich und hoffe, du kannst das Erlebnis irgendwann gut verarbeiten und beiseite legen.

    Caro

  7. Liebe Janina, auch mir tut es unendlich leid, zu lesen, was Du erleben musstest.
    Das ist wirklich Wahnsinn, wie wenig empathisch teilweise mit Patienten umgegangen wird und was viele Frauen nach einem eh schon solch aufwühlendem Erlebnis wie einer Geburt ertragen müssen.
    Ich glaube auch, dass dies leider kein Einzelfall ist. Ich möchte an dieser Stelle aber auch erwähnen, dass es noch die positiven Beispiele gibt. Ich habe unser erstes Kind vor fast genau drei Jahren hier im Ruhrgebiet in einer Klinik mit großem Perinatalzentrum mit einem Notkaiserschnitt entbunden. Auch in diesem Krankenhaus war sicher nicht alles super (wurde am ersten Einleitungstag vergessen, weil Kreißsaal überfüllt, erlebte eine sehr übergriffige Stillberaterin und einige wenig empathische Krankenschwestern). Als unsere Tochter aber 2 Tage nach Entbindung ebenfalls wegen einer unklaren Infektion auf die Neonatologie verlegt werden musste, hätten wir uns dort nicht besser aufgehoben fühlen können. Jeder, von der Nachtschwester über die Ärzte bis hin zur Stillberaterin war dort so extrem lieb und fürsorglich im Umgang mit uns und unserer Kleinen (da wurde nie gekniffen, höchstens mal etwas an den Füßchen gekitzelt, all unsere Ängste und Tränen wurden ernst genommen). Ich kann so gut verstehen, wie man sich fühlt, wenn das eigene Neugeborene sich in einer solchen Lage befindet und man selbst, völlig aufgewühlt, ängstlich und von Schmerzen gebeutelt. Und ich hätte mir sehr für Dich gewünscht, dass Du in dieser Situation solch tollem Klinikpersonal begegnet wärst wie wir. Wie gesagt, es war nicht alles toll in diesen 7 Tagen und auch da hat man an so vielen Ecken die Überlastung der Mitarbeiter spüren können, aber insgesamt, war das Erlebnis so positiv, dass unsere zweite Tochter im Mai auch wieder in derselben Klinik zur Welt kommen wird. Die Petition habe ich natürlich sofort unterzeichnet. Ich wünsche Dir, dass es Dir gelingt, dass Erlebte gut zu verarbeiten, ist sicher nicht einfach. Ich habe auch noch sehr an meiner Kaiserschnitterfahrung zu knacken. Alles Gute!

  8. Ich knabbere auch immer noch an meiner 1. Geburt. Damals wusch man mich einfach nicht und da ich eine schwere Komplikation hatte, konnte ich eben ich nicht aufstehen auch die Worte und die Kraft fehlte mir das Kind zu tun. Nach 3 Tagen wusch mich meine eigene Mama. Eine Hebamme sah ich im Krankenhaus nach der Entbindung kein einziges Mal ?

  9. Oh Janina!Mir laufen die Tränen beim Lesen deiner Worte…
    Ich bin selbst Mama von 4 Mäusen, habe eine Klinikgeburt und drei wundervolle Hausgeburten erleben dürfen und bin von Beruf ursprünglich Kinderkrankenschwester.
    Auch wenn die Klinikgeburt aufgrund von Stress und Personalmangel nicht optimal verlaufen ist, bin ich aber doch zumindest menschlich behandelt worden.
    Aber das, was du erlebt hast, ist absolut unwürdig.Aus meiner Zeit auf der NeoNatoIntensiv weiß ich, dass vieles unter Stress und Druck geschieht, kaum Raum für Ruhe und Entspanntheit bleibt.
    Aber ein freundliches Wort, ein Lächeln für die Eltern, die in Sorge um ihr Kind sind und ein liebevoller Umgang mit den kleinen Patienten sollte selbstverständlich sein!Danke, dass du deine so persönlichen und traurigen Erfahrungen mit uns teilst und dich einmal mehr stark machst und wachrüttelst.Ich wünsche dir, dass du irgendwann die Chance bekommst, das Erlebte zu verarbeiten.Zum Glück wird euer Schatz sich später nur an eure Liebe und nicht an das dort Geschehene erinnern❤️Ihr macht das toll!
    Fühl dich umarmt…
    Saskia
    @sechstraeumensichumdiewelt

  10. Wahnsinns Text! Mir fehlen die Worte. Ich bin schockiert, traurig und wütend zugleich. Es ist erschreckend was für Zustände herrschen. Danke dass du den Ganzen einen Raum gibst und deine leider schreckliche Geschichte mit uns teilst ❤?

  11. Liebe Janina,

    mir laufen noch immer die Tränen, nachdem ich Deine Worte gelesen habe. Das macht mich sprachlos. Es ist furchtbar, dass Frauen solchen Zuständen in dieser so hilflosen Zeit ausgesetzt sind. Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du und jede weitere Mama, die so etwas nach der Entbindung erleben musste, das Ganze verarbeiten kann. (Unser kleiner Sohn ist vor drei Monaten geboren, wir hatten offensichtlich großes Glück mit unserer Klinik, aber gerade deshalb bewegt mich Dein Beitrag so, einfach, weil es noch gar nicht lange her ist.) Danke für das Teilen der Petition, ich hatte vorher noch nichts davon gehört – w i e w i c h t i g!!

    Ganz ganz herzlich,
    Pauline ♥️

  12. Danke für diesen tollen- wenn auch traurigen Text. Er ging mir sehr nah und auch meine persönlichen Erfahrungen kamen dabei plötzlich sehr lebendig wieder hoch. Aufarbeitung ist so wichtig!!! Die Petition schau ich mir gleich an. Vielen Dank noch mals ?

  13. Liebe Janina!
    Es überkommen mich bei deinem Text vor allem Wut und Unverständnis. Auch ich gehöre zum Pflegepersonal, allerdings im OP. Deine Erfahrung lässt mich an allem Zweifeln, vor allem aber, am Personal an deiner Klinik. Egal wie überarbeitet ich bin, ich schaffe es immer, meinen Patienten mit einem Lächeln zu begegnen. Wir, das Pflegepersonal, tragen einen so wichtigen Teil dazu bei, dass sich unsere Patienten wohlfühlen. Es tut mir unendlich leid, dass du so eine Erfahrung machen musstest! Meine Bitte an dich: Bleib nicht still! Es gibt immer Möglichkeiten, sich als Patient gegenüber einer Klinik Gehör zu verschaffen! Schreib einen Brief oder eine E-Mail an die Klinik. Jede gute Klinik wird sich auf die Ursachenforschung deines Erlebnisses begeben. Mitarbeiter befragen und schauen, was man ganz leicht ändern kann. Auch der hygienische Zustand ist so nicht tragbar!

    Viele liebe Grüße von Einer, die den Pflegenotstand jeden Tag zu spüren bekommt, aber nie den Patienten hinter allem vergisst ?

  14. Liebe Janina,
    danke für diesen Text, der so wahr und ebenso erschütternd ist.
    Mir ist im Oktober 2015 ähnliches in einer Klinik in einer Kleinstadt in der Nähe von Hannover widerfahren. Nachdem wegen gesundheitlicher Probleme meinerseits ein Kaiserschnitt bei 37+4 unumgänglich war, fing das Drama an. Ich selbst wurde auf der Wöchnerinnenstation sehr gut betreut, meine Tochter jedoch meinem Empfinden nach, nicht. Die kleine Maus wurde mir nach dem Kaiserschnitt kurz ans Gesicht gehalten und dann mit Hinweis auf Untersuchung herausgebracht. Mein Mann ging mit. Bei der Erstuntersuchung war nur eine sehr junge Assistenzärztin anwesend, die der Meinung war, meine Tochter müsse auf die Neo-Intensiv, weil „ich mir nicht sicher bin, ob eine Anpassungsstörung vorliegt“. Ich bin der festen Überzeugung, meine Tochter hätte ihre Mama und ihren Papa zum Kuscheln gebraucht und alles wäre gut gewesen. So kam es, dass an einem Freitagmittag meine Tochter auf die Neo-Intensivstation gebracht wurde. Als ich endlich in meinem Bett zu ihr gefahren wurde, fragten wir den behandelnden Oberarzt, was das Problem sei. Seine Antwort: „Ihre Tochter ist gesund und wird überwacht, es liegen keine Auffälligkeiten vor“. Ich war so geplättet und geschafft und auch im Hormonchaos, dass ich dem nichts erwidern konnte. Am nächsten Morgen, so war ich mir sicher, würde sie sicher zu mir kommen. Früh bin ich also aufgestanden und den weiten Weg über den Flur geschlichen. Meine Tochter lag im Wärmebett (es war ausgeschaltet) und schlief. Eine Infusion mit Elektrolytlösung hatte man ihr angehangen. Ich verbrachte so gut es ging den Tag an ihrem Bett. Immer wieder fragte ich, wann sie zu mir kommen könne und was mit ihr sei, das eine Behandlung auf der Neo-Intensiv rechtfertige. Die Antwort immer gleich. Überwachung. Sie hat nichts. Wann sie auf die Wöchnerinnenstation verlegt wird, wird man sehen. Ich war kraftlos und konnte nicht kämpfen. Beim Einschlafen war meine Tochter unruhig und ich legte meine Hand auf ihren Kopf, damit sie sich beruhigte. Eine Schwester sah dies und blaffte mich an, dass ich das zügig zu unterlassen hätte, ich würde das Kind jetzt schon verwöhnen. Da reichte es mir und ich erwiderte, dass es mein Kind sei und sie überhaupt nichts anginge. Ein anderes Mal war ich in meinem Zimmer und die Schwestern hatten mir zugesichert, mich zum Stillen anzurufen. Leider hatten sie es dann vergessen und meiner Tochter eine Flasche gegeben.
    Am Montag hielt ich es nicht mehr aus und entließ meine Tochter auf eigene Verwantwortung. Nicht, ohne vorher noch zu hören zu bekommen, dass es aber auf gar keinen Fall vor einer bestimmten Uhrzeit ginge, weil sonst der komplette Abrechnungstag auf der Neo-ITS verloren ginge. Meine Kleine wurde dann nach vollkommen unauffälliger U2 direkt von der Neo-ITS nach Hause entlassen.
    Ich werde diese Demütigung und Entmündigung niemals vergessen, aktuell versuche ich diese Geschichte mit Hilfe von einer Beartungsstelle aufzuarbeiten.
    Meine dritte Schwangerschaft verläuft bis jetzt problemlos, ich habe keine Angst vor der Geburt, weil ich mich im Kreisssaal und der Wöchnerinnenstation gut aufgehoben gefühlt habe. Wovor ich aber panische Angst habe ist, dass mir das Kind wieder weggenommen wird. Dieses Mal werde ich kämpfen und mich nicht geschlagen geben.
    Liebe Grüße
    Antonia

  15. Oh man, dein Text treibt mir die Tränen in die Augen. Bei der Geburt von meinem kleinen Jungen merkte ich auch schon wie gestresst die Schwestern waren, dennoch fühlte ich mich immer gut versorgt. Aber ich hatte auch Glück, der kleine kam gesund auf die Welt, es gab keine Probleme beim stillen und wir konnten nach der U3 gehen. Ich weiß nicht wie es gewesen wäre wenn ich Probleme gehabt hätte, denn ich habe am Rande mitbekommen wieviel los war und wie überarbeitet alle waren. Ich hoffe es ändert sich was, ich habe die petition unterschrieben und weitergeleitet an meine Freunde. Ich hoffe dass etwas passiert und die Hebammen, Schwestern und Ärzte sich wieder mehr Zeit nehmen können!

    1. Liebe Marie,

      ich danke dir sehr, dass du die Petition unterstützt hast.

      Meine Geburt war wunderschön. Und ich bin so dankbar dafür.
      Das, was wir dort erlebt haben, war einfach schrecklich. Ich glaube aber auch, dass die Klinik wirklich echte Probleme hat. Es gab eine einzige Schwester, die bemüht war und immer ein Lächeln und ruhige Worte für einen hatte. Die erzählte mir, wie schlimm es derzeit wäre.

      Es muss sich wirklich etwas ändern.

      Ganz liebe Grüße an Dich
      Janina

  16. Liebe Janina, Wahnsinn was man da lesen muss… ich selbst habe vor 6 Wochen meine Tochter zur Welt gebracht. Zum Glück habe ich super positive Erfahrungen mit Ärzten , Hebammen und Schwestern auf Station machen dürfen auch wenn die Geburt nicht ganz so leicht war. Allerdings hat eine junge Mama aus meinem vorbereitungskurs leider ganz andere Erfahrungen machen müssen (andere Klinik) da kam die Hebamme beim Schichtwechsel mit den Worten „na dann wollen wir das hier mal schnell zuende bringen“ in dem Kreißsaal und schloss sie ohne es ihr zu sagen oder zu erklären an den wehentropf. Auch eine ganz furchtbare geburtsgeschichte…. es ist schockierend wie teilweise mit den Müttern und Kindern umgegangen wird gerade in dieser sensiblen Zeit nach und während der Geburt…. es muss sich definitiv etwas ändern!

  17. Ich habe gerade mit großem Entsetzen deinen Text gelesen. Immer wieder schaute ich und ja, das ist in Deutschland. Einfach unglaublich. Es tut mir wirklich sehr leid, dass ihr das erleben musstet und dass es überhaupt so etwas gibt. Ich bin aus Wien und hatte 3 wundervolle Geburten im Krankenhaus. Die Nachbetreuung beim ersten hätte ich mir ein wenig anders gewünscht aber so katastrophal wie du es beschrieben hast, war es bei mir nicht mal annähernd. Zumindest ist alles sehr sauber gewesen, wenn auch nicht so modern, aber zum wohlfühlen. Täglich wurden alle Toiletten 2 mal sauber gemacht und es gibt eine Küche die 24h etwas zu Essen bereit stehen hat. Ich weiss von Erzählungen, dass es nicht in jedem Krankenhaus so ist, aber so katastrophal wie bei dir, habe ich es noch nie gehört, zumindest nicht in Ländern wie Deutschland, Österreich oder Schweiz und Co.

    Ja, ich finde es gehört viel mehr zu einer Wochenbettbetreuung. Vor allem: man wird das erste Mal Mutter (und auch Vater) und man malt sich die Zeit mit Baby schon im Kopf aus, für viele geht ein langjähriger und großer Wunsch in Erfüllung, da braucht man nicht schnauzendes und schroffes Personal. Und wenn eine Frau stillen möchte, dann hat sie verdammt nochmal das RECHT das zu tun! Niemand hat das Recht ein Kind zu kneifen, weil es gerade in 2 Minuten nicht das getan hat, was es tun soll.

    Ich persönlich kann mir keine Hausgeburt vorstellen (ich verurteile sie auch nicht), aber bei solchen Umständen, glaube ich, hätte ich auch eine in Erwägung gezogen.

    Ich wünsche euch viel Kraft für die Verarbeitung und sende euch meine herzlichsten Grüße!

    Manuela

    1. Liebe Manuela,

      es war wirklich so schrecklich. Und Henry meint, dass die Zustände so sind, wie man sie vielleicht irgendwo im Ausland erwarten würde. Ich habe ja damals bei Mimi das komplette Kontrastprogramm erlebt, Die Klinik war top und die Wöchnerinnenstation ein Segen. Sauber, gut organisiert und das Personal menschlich und aufmerksam. Letztendlich sind wir einfach glücklich, dass es unserem Jungen gut geht und ihm geholfen wurde. Und dennoch wird es noch viel Zeit brauchen, bis ich das aufarbeiten kann.

      Ich danke dir, dass du deine Erfahrung mit uns teilst.

      Herzliche Grüße an dich,
      Janina

  18. Liebe Janina,
    das liest sich wirklich schrecklich. So eine grausame Erfahrung wuenscht man niemandem. Aber umso mehr bewundere ich Deine Staerke, dass Du die schoene Hausgeburt separat davon betrachten und weiterhin in positiver Erinnerung behalten kannst.

    Aber rein interessehalber, weil ich Deutschland zusammen mit meiner Familie den Ruecken gekehrt habe und wir seit ungefaehr 10 Jahren in Daenemark leben – sind die Zustaende in den Krankenhaeuser wirklich immer noch so schlimm? Oder ist Dein Bericht eher eine persoenliche Aufarbeitung des Themas und vielleicht auch etwas dramatisiert, um auf die Notwendigkeit der Petition aufmerksam zu machen?
    Das wuerde ich ueberhaupt nicht schlimm finden, ich erwarte auf persoenlichen Blogs keine kalten Nachrichten und Fakten. Ich bin nur wirklich sehr schockiert von der Schilderung derartiger Maengel. Das haette ich nie gedacht, dass vor allem noch hygenisch derartige Probleme Gang und Gaebe sind.

    Liebe Gruesse aus Glesborg,
    Anna

    1. Liebe Anna,

      danke dir. Natürlich betrachte ich die Geburt separat – das eine hat ja mit dem anderen nichts zu tun und ich bin so dankbar für die Geburt. Denn das rettet mich seitdem über das hinweg, was darauf folgte.

      Ich finde es fast schon erschreckend, was du da in den Raum stellst. Einer Frau, die sogar extra!! noch einmal schreibt, wie emotional das Thema für sie ist. Überdramatisieren, um auf das Thema und die Petition aufmerksam zu machen? Wirklich? Ich kann es kaum glauben. Das ist ein Schlag ins Gesicht. Für mich, für Henry und für unseren Sohn. Ein Schlag ins Gesicht all der Eltern, die ebenfalls zu dieser Zeit in diesem Krankenhaus ähnliches oder gleiches erlebt haben. Ich bin ehrlich fassungslos!
      Ich selbst habe sowas in dieser Form noch nie zuvor erlebt. Und ich hätte sowas nicht für möglich gehalten. Das war Machtmissbrauch. Das war zutiefst demütigend. Und es ist schrecklich.
      Und es steht doch unten sogar geschrieben, dass ich im UKE z. B. ganz andere Erfahrungen auf der Wöchnerinnenstation gemacht habe.

      Janina

      1. Liebe Janina,
        es tut mir leid, wenn Du Dich durch meine Frage angegriffen gefühlt hast. Das war nicht meine Absicht. Der Gedanke kam mir nur, eben weil es genauso ist, wie Du sagst: Man hält so etwas nicht für möglich.

        Traurig, dass so etwas in so zivilisierten Ländern anscheinend noch passiert, denn ich gerade die Menschen, die Hilfe und Pflege brauchen, haben in solchen Momenten eben nicht die Kraft, auf die Barrikaden zu steigen.

        Also bitte entschuldige noch mal vielmals, wahrscheinlich hatte ich insgeheim nur gehofft, dass Deine schlechte Erfahrungen etwas ausgeschmückt wurde, einfach weil man nicht glauben möchte, dass es in manchen Krankenhäusern so schlimm steht.

        Liebe Grüße,
        Anna

        1. Liebe Anna,

          deine Worte haben mich tatsächlich zutiefst getroffen. Es hat einen Grund, warum ich bisher nie etwas genaueres im Netz erzählt habe. Weil da noch so viel Trauer und Angst ist. Weil ich das Erlebte bis jetzt nicht verarbeiten konnte und es sicher noch lange braucht. Auch wenn du es vielleicht nicht bös gemeint hast, so tut es weh. Mir ist schlecht geworden, als ich deine Worte las.

          Auch ich habe das in diesem Ausmaß noch nicht erlebt. Und ich wünsche keinem Menschen, dass er sowas erleben muss. Denn das darf nicht sein. Unser Gesundheitssystem scheint an allen Ecken und Enden zu knapsen. Schrecklich ist das und ein großer Rückschritt.

          Ich denke, bei so etwas schmückt niemand aus.

          Janina

  19. Von der Petition mal abgesehen, hoffe ich sehr, dass ihr euch an das Beschwerdemanagement des Krankenhauses gewandt habt. Das Beschwerdemanagement nimmt jede Beschwerde ernst & versucht tatsächlich alles aufzuarbeiten. Auch persönliche Gesprächstermine werden angeboten.

    Viele Grüße

    1. Liebe A.,

      danke dir.

      Da kommt es wohl auch immer auf die Klinik und die Menschen an, die dort im Beschwerdemanagement sitzen. Aber ganz lieben Dank dir.
      Und ja, wir sind natürlich tätig geworden. In verschiedensten Formen.

      Herzliche Grüße
      Janina

  20. Liebe Janina,

    hast du das Gespräch gesucht, mit den Schwestern, Ärzten, Klinikleitung? Im Nachhinein eine Beschwerde eingelegt? Das ist unhaltbar und gehört vor Ort angesprochen 🙁

    1. Liebe Johanna,

      ja und ja. Wir haben das getan, was uns möglich war.

      Ganz liebe Grüße
      Janina

  21. Liebe Janina!
    Ich habe ähnliches 2011 in München erlebt. Es wird leider schon seit einiger Zeit am Patienten gespart. Wir haben damals einen (seriösen und neutralen) Beschwerde-Brief an die Qualitäts-Management-Stelle der Klinik geschrieben. Unter anderem berichteten wir darin von den unhygienischen Verhältnissen und dem ungenießbaren Essen für die Wöchnerinnen (roher Fisch!). Eine Kopie an das Gesundheitsamt, Klinikbewertungs-Portale nutzen, Erfahrungsberichte verbreiten, Petitionen unterschreiben! Es hilft, wenn man aktiv wird! Mein drittes Kind habe ich ambulant bekommen, bin dann aber leider in eine postpartale Depression geraten, wegen der ich sogar in stationäre Behandlung mußte. Gottseidank gibt es Mutter-Kind-Stationen, die sich auf solche Fälle spezialisiert haben. Heute weiß ich: nichts passiert ohne Grund. Vielleicht mußten wir dieses Furchtbare erleben, um noch Schlimmeres in der Zukunft zu verhindern? Es gibt einen Verein, ( http://www.schatten-und-licht.de/index.php/de/), Schatten und Licht, der Hilfsangebote aufzeigt und Listen der Selbsthilfegruppen und Beraterinnen vermittelt. Mir haben vor allem die Erlebnis-Berichte im Forum geholfen, wieder auf die Füße zu kommen. Du bist nicht allein, es gibt Hilfe und es wird alles wieder gut!

    1. Liebe Michaela,

      ich danke dir sehr, dass du mir von deinen Erfahrungen erzählst und das Hilfsangebot aufzeigst. Das hilft hier sicher sehr vielen Frauen.
      Ganz lieben Dank dafür.

      Auch wir sind tätig geworden.

      Ganz ganz liebe Grüße
      Janina

  22. Liebe Janina,
    sehr schön und vor allem mutig geschrieben.
    Ich habe selbst noch keine Kinder und daher noch keine Erfahrungen mit diesem Thema gemacht, aber allein die Vorstellung an dieses grauenvolle Erleben treibt mir einen Schauer über den Rücken.
    Habe die Petition unterschrieben, in der Hoffnung, dass sich hier dringend etwas ändert.
    Dies ist keinem zuzumuten und auch nicht zu wünschen. Ich habe selbst mehrere Freundinnen, die in der Pflege tätig sind und auch sie berichten von oftmals katastrophalen Zuständen.
    Ich wünsche euch alles erdenklich Gute und dass ihr eine solch schlimme Erfahrung nie wieder machen müsst.
    Viele Grüße
    Melanie

    1. Liebe Melanie,

      ich danke dir so sehr, dass du die Petition auch unterstützt. Es ist wichtig.
      Für uns alle. Und die Situation ist eben für niemanden haltbar. Nicht für das Pflegepersonal, die Hebammen und die Frauen mit ihren Babys. 🙁

      Ich danke dir sehr!
      Janina

  23. Liebe Janina,
    Danke, dass du dieses emotionale Thema mit uns teilst, das finde ich bewundernswert und ich wünsch dir, dass du es irgendwann irgendwie schaffst, das Erlebte zu verarbeiten. Ich stelle mir das unheimlich schwer vor.
    Ich bin noch kinderlos und beobachte mit Schrecken, wie sich das Geburtssystem gerade entwickelt und das dieses wichtige Thema kaum Berücksichtigung in der Politik findet. Vielen Dank also auch für das aufmerksam machen auf die Petition! Ich hab unterzeichnet und das an Freunde und Bekannte weitergeleitet.
    Liebe Grüße

    1. Liebe Lina,

      ich danke dir so für deine lieben und herzlichen Worte. Ich hab das alles noch lange nicht richtig aufgearbeitet und das braucht sicher auch noch viel Zeit. Das war auch ein Grund, weshalb ich im Netz bisher nie wirklich groß etwas dazu gesagt habe. Weil da noch so viel Schmerz und Angst ist. Es ist einfach sehr emotional für mich. 🙁

      So lieben Dank für deine Unterstützung!!

      Herzliche Grüße
      Janina

  24. Mir tut es leid, dass du eine so schlechte Erfahrung machen musstest! Ich komme aus einem Pflegeberuf und weiß , dass es selbst bei Unterbesetzung und viel Stress anders geht! Allerdings ist man selbst in einem großen Klinkum mit vielen Geburten nicht „nur eine Nummer“! Du berichtest selbst von einer guten Erfahrung im UKE! Und das UKE ist zum Beispiel so ein großes Klinikum! Trotzdem hast du natürlich Recht, dass man an der Gesamtsituation etwas ändern muss!

    1. Liebe Johanna,

      ja – das stimmt. Es muss einfach etwas passieren.
      Und das ist wahr, im UKE hat man sich niemals wie eine Nummer gefühlt. Obwohl es eine so große Klinik ist.

      Ganz liebe Grüße
      Janina

  25. Ich bin sprachlos und wütend und finde es eine Frechheit, was euch und anderen Eltern und Kindern widerfahren ist!
    Petition habe ich unterzeichnet!

    1. Liebe Victoria,

      ich danke dir so sehr! <3

      Herzlichst,
      Janina

  26. Liebe Janina, ich habe meine beiden Geburten & Wochenbett-Zeiten im UKE erlebt und wurde beide Male sehr einfühlsam und wunderbar betreut! Daher lebte ich bisher wohl in meiner kleinen Heile-Welt-Blase und wusste nichts über solch schockierenden Umstände!
    Keiner – wirklich keiner – sollte solche Dinge erleben müssen! Danke, dass Du Deine sehr persönlichen Erlebnisse teilst und damit auch allen anderen Betroffenen eine starke Stimme gibst!
    Liebe Grüße, Anna

    1. Liebe Anna,

      Mimi ist ja auch im UKE geboren und die Betreuung auf der Wöchnerinnenstation war so unglaublich liebevoll, toll und organisiert.
      Da wird ja wirklich alles für die froschgebackenen Mamas und die Babys gemacht.

      Ganz liebe Grüße
      Janina

  27. Liebe Janina,
    das tut mir so leid, was Du erleben musstest nach der Geburt Eures Jungen.
    Aber was ich mindestens genau so schlimm finde, dass du Dich für Deine Worte schon wieder rechtfertigen musst wegen irgendwecher beschränkter Menschen (tut mir leid, dass ich es so sagen muss).
    Danke, dass Du das tust was Du tust. Und Du machst das großartig.
    Petition ist bei Facebook geteilt.
    Ganz liebe Grüße

  28. Oh mein Gott. Ich habe das gelesen und mir ist wirklich schlecht. Wir haben gerade unseren Sohn zu hause geboren und es ist alles gut gelaufen. Wir sind so dankbar. Dass sowas in Deutschland passiert, ist so unfassbar und macht einen so traurig. Ich hoffe, dass ihr mit der Zeit alles verarbeiten könnt. Fühl dich gedrückt.

  29. Hallo Janina,

    Oh man, ich hoffe, die Klinik war nicht in Braunschweig oder Salzgitter. Hier wohn ich nämlich seit kurzem.
    Vielleicht magst du mir persönlich schreiben, sollte das der Fall sein.
    Ich kann verstehen, dass du öffentlich wahrscheinlich nicht darüber sprechen möchtest.

    LG
    Christina

  30. Ein sehr berührender Beitrag. Es tut mir sehr leid für dich, dass der kleine Mann und du dies erleben musstest.
    Ich habe letztes Jahr am 29.7. auch meine 2. Sohn entbunden. Wir hatten eine wunderschöne und schnelle Geburt. Die Hebammen und Ärzte waren toll. Die Wöchnerinnenstation war dann auch völlig chaotisch und ich bin nach 2 Tagen freilwillig gegangen. Die Schwestern kamen nachts alle 2 Stunden ins Zimmer haben das ganze Licht angemacht (ich hatte 2 Stunden zuvor entbunden). Dann wurde andauernd der Blutdruck gemessen, dann Tabletten vergessen bzw die falschen später gebracht. Essen gab es auch keins, zum Glück hatte ich was ich was dabei. Ich könnte noch mehr aufzählen. Noch heute macht es mich traurig, da ich ansonsten eine so schöne Geburt hatte. Petition ist unterschrieben!!!

    Alles liebe

  31. Grausam. Unvorstellbar. Sprachlos.
    Es tut mir für alle Mami’s leid, die so was erfahren mussten. Das darf nicht sein. Ich kann mich bei meinen zwei Geburten zum Glück nicht beschweren. Wir sollten schauen, dass diese Zustände aufhören!
    Petition ist unterschrieben und geteilt.

  32. Es tut weh, dass zu lesen. Verdammt weh.
    Meine Tochter wurde vor fast genau 21 Jahren geboren, und hatte ebenfalls eine Infektion und musste auf die Intensivstation…… der Anblick des Babys mit Nadel im Kopf, war unerträglich.
    Die Zustände waren zwar nicht ganz so schlimm, wie bei Dir aber ich musste auch ums stilen kämpfen und wenn ich zu oft am Brutkasten sitzen wollte, wurde ich gefragt was ich schon wieder hier wolle………
    Ich wurde an einem Tag mit meiner Akte eine Etage tiefer geschickt, und habe reingeschaut. da hatte eine Schwester notiert „Mutter macht was sie will, steht ständig auf der Matte, will ständig stillen“…..ich werde es nie vergessen.
    Ich stand im Aufzug und hab geflennt wie ein Schloßhund.

    Bis heute ärgere ich mich, dass ich damals so stumm war und nichts gesagt habe……. nicht meine Meinung gesagt habe und mir alles gefallen ließ.
    Warum ist man da so stumm und lässt andere sowas mit sich machen ;0(

    Ich wünsche Dir, dass Du die Zeit irgendwann vergessen kannst Zum Glück ist Dein Junge gesund.

    Liebe Grüße
    Martina

  33. Wir haben unseren Sohn letztes Jahr im Mai nach einer schweren Eklampsie (die mich nach der Geburt tagelang auf die Intentiv schickte) sechs Wochen zu früh auf Mallorca per Kaiserschnitt auf der Welt begrüßt.
    Zwei angstvolle Wochen haben wir in Palma auf der Neo- bzw. Wöchnerinnenstation – Angst zu großen Teilen eher um mich, unser kleine Kämpfer hat sich von Anfang an wacker und gesund geschlagen. Trotz der Sprachbarriere (außer den Ärzten sprach kaum einer englisch) haben wir uns immer gut aufgehoben gefühlt. Wie ich in Tränen aufgelöst in meinem Rollstuhl neben seinem Bettchen saß, weil wir gerade erfahren hatten das ein Flug für ihn unmöglich sei und mich die spanische Krankenschwester einfach im Arm hielt und mir spanische beruhigende Worte sagte. Wie liebevoll sich alle um den kleinen Mann und mich gekümmert haben, ihn trotz Verbot heimlich in seinem Bett zu mir auf die Intensiv schoben, damit ich ihn in 4 Tagen wenigstens einmal für 30 Minuten im Arm halten konnte. Wie sie meinem Mann eine Decke und ein Kopfkissen gaben, damit er sich in einem Nebenraum wenigstens für 3 Stunden hinlegen konnte. Wie sie sich den Google-Übersetzer zuhause aufs Handy geladen haben, damit wenigstens eine gewisse Kommunikation möglich war. Und wie sie unermüdlich versucht haben, dass ich stillen kann obwohl das nach 6 Tagen zum ersten Mal anlegen fast unmöglich war.
    Unser Sohn ist so ein ausgeglichenes Kind, fast immer fröhlich und offen.
    Trotz der schlimmen Zeit bin ich mir sicher, dass das zu großen Teilen auch mit an der fürsorglichen Hilfe in Palma war.
    Wieder in Deutschland angekommen sagte unser Kinderarzt: „Von der Betreuung im KH hattet ihr es in Palma vielleicht sogar besser als ihr es hier gehabt hättet.“
    Nun weiß ich, was er damit meinte.

  34. Danke für diese offenen und ehrlichen Worte. Am schlimsmten finde ich es ja immer wenn man dann statt Zuspruch von anderen nur Hohn oder Missgunst bekommt. Da helfen solche ehrlichen texte wie von dir sehr.

    Ich hatte gerade im Ausland (USA) mit einer Notop wegen Eileiterschwangerschaft zu kämpfen. Oft bin ich etwas irritiert und manchmal sogar etwas genervt von der oberflächlichen Kommunikation hier in den USA. Alles ist immer awesome and amazing. Aber als ich da so lag und auf die Not OP vorbereitet wurde war ich so unglaiblich verletzbar und dankbar für jedes nette Wort, jedes Lächeln und jeden Zuspruch. Ich wüsste nicht wie ich es ohne weggesteckt hätte. Daher kann ich gut nachvollziehen wie tief dieser Stachel auch lange nach der Geburt noch sitzen kann.

    Danke

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