Ein Brief an Dich,
mein Sohn!

Du blickst mich an.
Deine Augen ganz klar, und wissend, schaust du mich an.
So rein. Dein Blick ganz ernst.
Blickst mir nicht nur in die Augen, sondern direkt in mein Herz.
In meine Seele.
Ich bleibe stehen, halte dich fest in meinen Armen.
Schaue dich an, erwidere deinen Blick, du bist mein Spiegel.
Bis mitten ins Herz schaust du mir. So klar und wissend.
Ich bekomme Gänsehaut und meine Augen füllen sich mit Tränen. 

Mein Junge. Es sind Tränen des Glücks, die mich übermannen.
Mein Herz zieht sich zusammen. Du berührst mich, in meinem tiefsten Inneren.
Neben dem Glück ist da aber auch ein wenig Angst.
Du bist so wunderbar, so vollkommen. Du bist perfekt so wie du bist.
Dein Herz und deine Seele sind rein. Frei von Narben.
Und während ich dich so anschaue, und du mich, habe ich Angst um dich.
Angst, dir könnte es jemals an etwas mangeln.
An Liebe, an Aufmerksamkeit, an Nähe.
Angst davor, dass das Leben deinem Herz oder deiner Seele doch irgendwann kleine oder größere Narben hinzufügen könnte.
Ich weiß, das wird passieren. Weil das Leben so ist.
Aber der Gedanke daran, just in diesem Moment, bringt mich fast um meinen Verstand.
Weil ich dich liebe. Euch liebe.
Euch behüten und beschützen mag.

Dein Blick. Deine Augen. So tief wie das Meer.
So voller bedingungsloser Liebe.
Voller Vertrauen. In mich, in uns, in deine Welt.
Weil du keine Angst kennst. Nur Geborgenheit. Und Liebe.
Urvertrauen.

Ich habe Angst zu versagen.
Habe große Angst, dich nicht immer schützen zu können.
Und das werde ich auch nicht. Das ist das Leben.
Aber ich kann dich beschenken – mit Liebe.
Ich kann dein Selbstvertrauen und dein Selbstwertgefühl stärken.
Kann dir vorleben, ja zum Leben zu sagen.
Und ich kann dich an die Hand nehmen.
Ich kann dich auffangen.
Möchte immer dein Hafen sein. Für dich, und für deine wundervollen Schwestern.

Ein Lächeln. Plötzlich lächelst du.
Als würdest du mir sagen wollen: „Mama, alles ist gut!“.
Du lächelst und zwei dicke, warme Tränen kullern mir die Wange hinab.

Da liegt Glück und Angst so nah beieinander.

Mein Junge, wie schön es ist, dass du bei mir bist. Bei uns bist.

 

In Liebe,
deine Mama


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Dieser Beitrag hat 9 Kommentare

  1. Voller Liebe – wunderschön geschrieben liebe Janina ?

  2. OMG.. .sooo schöne Worte ❤

  3. Ich muss weinen. Nicht weil ich traurig bin, weil du deine Gefühle so wunderschön in Worte fassen kannst.

    Ich kenne diesen schmalen Gefühlsgrad zwischen Liebe, Glück und Angst.

    Viele Momente sehe ich unsere Wilma an und bin mitten drin in diesen Gefühlen.

    Danke, dass du an deinen schönen Worten teilhaben lässt.

    ?

  4. Wie wunderschön geschrieben und das in der besinnlichen Winterzeit.

  5. So wunderschöner Zeilen , da kullern auch bei mir die Tränen

  6. Wundervoll und ehrlich geschrieben… eine wahre Liebeserklärung an dein Kinder! Du sprichst den Mamas aus dem Herzen – danke dafür!

  7. ❤️ wunderschön ?

  8. Liebe Janina, du hast es mal wieder geschafft mich zum Weinen zu bringen. Deine wundervollen Zeilen sprechen mir aus der Seele. So wunderschön und ganz exakt findest du die Beschreibung für diese überwältigenden Gefühle. Mir ging es und geht es noch immer so wenn ich meinen kleinen Schatz ansehe.
    Ich wünsche dir und deiner zuckersüßen Familie wundervolle Feiertage <3
    Liebe Grüße, Jenne

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